Die Duisburger Philharmoniker

Die Duisburger Philharmoniker zählen zu den wich­tig­sten Institutionen der nordrhein-west­fäli­schen Kultur­land­schaft. Innerhalb der deutschen Orchester­szene genießen sie als kompetenter und leistungs­starker Klang­körper auf dem Konzert­podium wie im Orchester­graben einen ausgezeichneten Ruf.
Streicher der Duisburger Philharmoniker

Im Mittelpunkt der Duisburger Aktivitäten stehen in jeder Saison die zwölf Philharmonischen Konzerte, bei denen Zentralwerke der sinfonischen Tradition vom Barock bis zur Moderne in Zusammenarbeit mit international renommierten Dirigenten erarbeitet werden. In den letzten Jahren standen hier Persönlichkeiten wie Kirill Petrenko, Antoni Wit, Vladimir Spivakov, Leif Segerstam, John Fiore, Friedemann Layer oder Axel Kober am Pult. Auf Jonathan Darlington, der das Orchester seit 2002 als Generalmusikdirektor entscheidend geformt hatte, folgte im Herbst 2012 der italienisch-dänische Dirigent Giordano Bellincampi. Unter seiner Leitung konnten die Duisburger Philharmoniker ihr breites Repertoire insbesondere noch um wichtige Werke der skandinavischen Orchester­literatur erweitern.

Führende Vertreter der internationalen Klavier­szene wie Barry Douglas, Elisabeth Leonskaja, Martin Stadtfeld, Homero Francesch, Till Fellner und Imogen Cooper waren im Rahmen der Philharmonischen Konzerte ebenso zu erleben wie die Weltklasse-Geiger Pinchas Zukerman, Frank Peter Zimmermann, Daniel Hope, Isabelle Faust und Chloë Hanslip. Daneben setzten Star-Cellisten wie Antonio Meneses, Sol Gabetta, Matt Haimovitz, Daniel Müller-Schott, David Geringas, Lynn Harrell und Steven Isserlis Glanz­lichter auf dem philharmonischen Podium. Gala-Konzerte und Aufführungen vokalsinfonischer Werke ermöglichten die Begegnung mit Sänger-Persönlichkeiten wie Lucia Aliberti, Ruth Ziesak, Ingeborg Danz und Konrad Jarnot. Darüber hinaus laden die Duisburger Philharmoniker in jeder Konzertsaison besonders profilierte Musiker unserer Zeit als „Artists in Residence“ ein. So konnten in den letzten Jahren der Hornist Radek Baborák, der Bratscher Antoine Tamestit, die Pianisten Evgeni Koroliov und Stefan Vladar, die Geiger/innen Susanna Yoko Henkel, Carolin Widmann und Kolja Blacher, der Tenor Christoph Prégardien, das Fauré Klavierquartett sowie das Auryn Quartett ein breites Spektrum ihrer künstlerischen Arbeit präsentieren.

Instrumentalisten der Duisburger Philharmoniker

Die Duisburger Philharmoniker haben sich schon immer leidenschaftlich für die zeitgenössische Musik engagiert und zahlreiche Werke aus der Taufe gehoben – so etwa von Wolfgang Rihm, Krzysztof Meyer, Jürg Baur, Manfred Trojahn, Cristóbal Halffter, Gerhard Stäbler, Wilfried Maria Danner, Tzvi Avni, Hauke Jasper Berheide, John Stevens und Thomas Blomenkamp. Auch die Alte Musik hat in Duisburg ein bedeutendes Forum: Werke des Barock und der Frühklassik werden in jeder Spielzeit mit führenden Vertretern der historischen Aufführungs­praxis wie Bruno Weil, Ton Koopman, Reinhard Goebel, Konrad Junghänel und Ottavio Dantone stilkritisch beleuchtet.

Die zweite Heimat der Duisburger Philharmoniker bildet traditionell der Orchestergraben des Theaters Duisburg. Die erfolgreiche Theaterehe mit dem Düsseldorfer Opernhaus als „Deutsche Oper am Rhein“ konnte auch durch das leidenschaftliche Engagement der Duisburger Philharmoniker weiterhin gesichert werden – dafür wurden sie 2013 mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

Instrumentalisten der Duisburger Philharmoniker

Über Crossover-Projekte, Open-Air-Konzerte und das innovative konzertpädagogische Projekt „klasse.klassik“ haben die Duisburger Philharmoniker neue Hörerschichten erschlossen. Dazu kommen regel­mäßige Gastspiele in den Nachbarstädten und die Mitwirkung an großen Musikfestivals wie der Ruhr­triennale oder dem Essener Avantgarde-Festival NOW. 2010 brachten die Duisburger Philharmoniker im Verbund mit weiteren Chören und Orchestern aus Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Lorin Maazel Mahlers „Sinfonie der Tausend“ im Landschaftspark Duisburg-Nord zur Aufführung – ein markanter Beitrag zum 100. Jubiläum der Uraufführung. Nicht minder eindrucksvoll war im Sommer 2011 die Produktion von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ in der Jahrhunderthalle Bochum, inszeniert von Willy Decker, dirigiert von Kirill Petrenko. Ein großes Echo fand am gleichen Ort im September 2014 die Produktion des Musiktheaters „Neither“ von Samuel Beckett und Morton Feldman in der suggestiven Visualisierung von Romeo Castellucci.
 

Gastspielreisen führten das Orchester außerdem nach Großbritannien, Griechenland, Spanien, Finnland, Litauen, Polen, Russland und China, in die Schweiz, die Niederlande und die Türkei. Inter­national präsent sind die Duisburger Philharmoniker auch durch ihre CD-Einspielungen beim Label Acousence. Die Aufnahme des Violinkonzerts von Peter Tschaikowsky mit der Solistin Susanna Yoko Henkel erhielt 2011 den begehrten ECHO Klassik Preis. Ein Konzert mit der deutsch-japanischen Geigerin und den Duisburger Philharmonikern unter Leitung von GMD Giordano Bellincampi wurde im Juni 2013 vom WDR mitgeschnitten und auf DVD veröffentlicht; auf dem Programm standen Max Bruchs Violinkonzert g-Moll sowie die Alpensinfonie von Richard Strauss. Mit ihrem „Artist in Residence“ Kolja Blacher veröffentlichten die Duisburger Philharmoniker 2015 eine Aufnahme des Violinkonzerts von Carl Nielsen – zum 150. Geburtstag des dänischen Komponisten.

>> Kurzbiographie

Fotos/Collagen: Marc Zimmermann

Instrumentalisten der Duisburger Philharmoniker