Menschen bewegen – Horizonte öffnen
Die Duisburger Philharmoniker zählen zu den vielseitigsten und innovativsten Klangkörpern innerhalb der nordrhein-westfälischen Kulturszene und der deutschen Orchesterlandschaft.
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Dem Jahresprogramm jeder Spielzeit sind Grußworte vorangestellt:
Im Mittelpunkt jeder Saison stehen die zwölf Philharmonischen Konzerte, in denen zentrale Werke der sinfonischen Tradition vom Barock bis zur Moderne in Zusammenarbeit mit international renommierten Dirigent:innen erarbeitet werden. Neben ihrem Residenzort, der Philharmonie Mercatorhalle, bildet traditionell der Orchestergraben des Theaters Duisburg die zweite Heimat der Duisburger Philharmoniker. Für diese lange und erfolgreiche Theaterehe mit dem Düsseldorfer Opernhaus als „Deutsche Oper am Rhein“ wurde das Orchester 2013 mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

Als Orchester mit einer fast 150-jährigen Geschichte fühlen sich die Duisburger Philharmoniker zum einen der Tradition verpflichtet, verstehen sich zum anderen aber auch als wichtiger Impulsgeber und Vordenker für das Konzert- und Orchesterwesen im 21. Jahrhundert. Dafür stand in den letzten Jahren ganz besonders „ÉRCHOMAI – Das bewegte Orchester“, ein Projekt der Duisburger Philharmoniker im Rahmen des Förderprogramms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Bewegt bleiben die Duisburger Philharmoniker im Rahmen der „Exzellenten Orchesterlandschaft“ aber auch weiterhin, denn 2024 wurde das Orchester erneut in das renommierte Förderprogramm aufgenommen, damit es auch künftig Projektideen außerhalb des regulären Konzertbetriebs entwickeln kann. Zum Beispiel das Community-Projekt „Marxloh Music Circus“, bei dem die Stadt zum Out-reach-Labor dafür wird, dem Reichtum verschiedener Musikkulturen zwischen „klassischer“ und „nicht-klassischer“ Musik nachzuspüren. Nach seinem vorläufigen Höhepunkt bei einem einzigartigen panmusikalischen Straßenfest rund um das Pollmann-Eck am 28. Juni 2025 wird der „Marxloh Music Circus“ im Sommer 2026 fortgeführt – und mit ihm der transkulturelle Dialog, den die Duisburger Philharmoniker mit diesem und anderen Projekten immer mehr auch an ihrer Heimspielstätte, der Philharmonie Mercatorhalle, verankern möchten. Die Mitwirkung an den großen NRW-Musikfestivals und regelmäßige Gastspiele bringen ferner die feste Verwurzelung der Duisburger Philharmoniker in der regionalen wie bundesweiten Musikszene zum Ausdruck, mit Gastauftritten etwa in der Kölner Philharmonie oder – in dieser Spielzeit zum ersten Mal – in der Hamburger Elbphilharmonie.

Bewegt sind die Duisburger Philharmoniker aber auch in einem übertragenen, geistigen Wortsinn: durch zahlreiche kreative Prozesse. Denn das Orchester versteht sich als lebendige und lernende Kulturinstitution, die für das schöpferische und individuelle Werden von Menschen wie für die offene Gesellschaft an sich eine entscheidende Rolle spielt und sich dabei der musikalischen Erneuerung und der Reflexion gesellschaftlichen Wandels verpflichtet fühlt.

Stand in der vorletzten Spielzeit das erfolgreiche „Tagore-Projekt“, das sich auf der Achse Europa–Indien bewegte und den vielfachen musikalischen Bezügen zur indischen Kultur in Zemlinskys „Lyrischer Sinfonie“ nach Gedichten von Rabindranath Tagore nachspürte, für diesen kulturellen Austausch, so erzählte in der Saison 2024/2025 das „Neue Wege“-Projekt „Untold Stories“ die aus dem kollektiven Bewusstsein gedrängten Geschichten Schwarzer Komponist:innen – nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit gefeierten Schwarzen Musiker:innen der Gegenwart wie dem Dirigenten Brandon Keith Brown.

Die Duisburger Philharmoniker untersuchen allerdings nicht nur die geografischen Achsen, die Europa mit der ganzen Welt verbinden, sondern richten gleichzeitig auch den Blick auf die eigene Geschichte. Mit dem 11. Philharmonischen Konzert der Saison 2024/2025 startete das Orchester am 18. Juni 2025 eine Zeitreise in die Vergangenheit, mit einem Programm, das sich auf ein Konzert vor genau 100 Jahren bezieht: In ihm dirigierte der damalige Generalmusikdirektor Paul Scheinpflug die Uraufführung von Paul Hindemiths „Konzert für Orchester“. Das Konzert ist allerdings nicht nur eine Erinnerung an die glanzvolle Geschichte der Philharmoniker, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit problematischen Aspekten der eigenen Historie im Zeichen des aufziehenden Nationalsozialismus. Im Vorfeld des 150-jährigen Orchesterjubiläums 2027 werden die Duisburger Philharmoniker den Kontakt mit der Vergangenheit intensivieren: in hergebrachter Konzertform, aber auch im Rahmen unkonventioneller Formate wie dem ebenfalls vom „Neue Wege“-Programm geförderten Philharmonic Slam, der in der Saison 2025/2026 bereits zum vierten Mal stattfindet und bedeutsame Werke der Orchestergeschichte mit der Kunst heutiger Poetry-Slammer:innen schlagfertig in Verbindung bringt.

Als weiteres gutes Beispiel für den „Forschergeist“ der Duisburger Philharmoniker steht das „Eigenzeit – Musik von Jetzt“-Festival, das transkulturelle Programme mit kuratierenden Gastkünstler:innen und -Komponist:innen verknüpft und das dank der Landesförderung dauerhaft im städtischen Musikleben verankert werden soll. Im Frühjahr 2026 wird das Festival von der indischen Sängerin Kamalini Mukherji kuratiert, die die musikalische Vielfalt ihres Heimatlands nach Duisburg bringt und dafür zahlreiche indische Stargäste eingeladen hat. Schon zuvor wird sie, im 2. Kammerkonzert am 10. Oktober 2025, unter anderem auf den Flamenco-Gitarristen José Quevedo „Bolita“, die Saxophonistin Asya Fateyeva und den Community Music Artist und Bağlama-Virtuosen Koray Berat Sari stoßen – ein weiterer musikalischer Partner der Duisburger Philharmoniker, der sich um den transkulturellen Austausch vor Ort, um eine Öffnung hin zur diversen Stadtgesellschaft in Duisburg bemüht. Als einer der Kuratorinnen und Kuratoren des „Marxloh Music Circus“ wird Koray Berat Sari die dort empfangenen musikalischen Impulse weiterspinnen und beim 7. Kammerkonzert am 20. März 2026 in neuer Form präsentierten.

Darüber hinaus leuchtet Pianist Kai Schumacher in der Reihe „Kai Schumacher & Friends“ gemeinsam mit befreundeten Musiker:innen die Klavierwelt aus allen Richtungen aus, während bei den „BEAT“-Konzerten mit dem Ensemble Repercussion die analogen und medialen Möglichkeiten des Schlagzeuguniversums im Fokus stehen: Mit Visuals, Hologrammen, Synthesizern, Tanz und Beats verwandelt sich die Philharmonie Mercatorhalle dabei in einen vibrierenden Club. Darüber hinaus haben die Duisburger Philharmoniker mit dem Education-Programm „klasse.klassik“ in den vergangenen Jahren neue Hörerschichten erschlossen und sich mit „klasse.klassik goes green“ auch dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewidmet. Nachhaltig erfolgreich ist außerdem die Reihe „Herzmusik“, die Senior:innen sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen und ihren Begleiter:innen eine Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht – ganz im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Engagements.

Ein weiteres Markenzeichen der Duisburger Philharmoniker und Beleg für ihre herausragende Stellung in der deutschen Orchesterlandschaft sind die zahlreichen hochrangigen Gastkünstler:innen, die in den verschiedenen Konzertformaten zu erleben waren, sind und sein werden. Dazu zählen Dirigentinnen und Dirigenten wie Kirill Petrenko, Alondra de la Parra, Joana Mallwitz, Roderick Cox, Anu Tali, Elena Schwarz, Josep Pons, Marie Jacquot, Kent Nagano, Oksana Lyniv, Stefan Blunier, Srba Dinić, Alessandro de Marchi und Newcomerin Tianyi Lu sowie nicht minder prominente Solist:innen wie Carolin Widmann, Frank Peter Zimmermann, Dorothee Oberlinger, Marialy Pacheco, Isata Kanneh-Mason, Maximilian Hornung, Alissa Margulis, Isabelle Faust, Elisabeth Leonskaja, Sol Gabetta und Tanja Tetzlaff. Hinzu kommen Weltklasse-Sänger:innen wie Klaus Florian Vogt, Julia Kleiter, Markus Eiche, Franz-Josef Selig, Michael Volle und Camilla Nylund, Mandy Fredrich und Sebastian Kohlhepp sowie jedes Jahr ein Artist in Residence. Nach dem aus Venezuela stammenden Trompeter Pacho Flores gibt in dieser Saison der Mandolinenvirtuose Avi Avital spannende Einblicke in sein vielfältiges künstlerisches Schaffen.

2021 übergab der langjährige Intendant Prof. Dr. Alfred Wendel das Zepter an den Musikwissenschaftler und Kulturmanager Nils Szczepanski, der die Duisburger Philharmoniker seitdem weiter in die Zukunft des klassischen Konzertbetriebs führt. Noch offen ist die Nachfolge von Axel Kober, der als Generalmusikdirektor seit 2019 das Profil der Duisburger Philharmoniker maßgeblich weiterentwickelte und sich zum Ende der Spielzeit 2024/2025 aus dieser Position verabschiedet hat. Als Gast kehrt Axel Kober beim 4. Philharmonischen Konzert ans Duisburger Dirigentenpult zurück – und wird bei dieser Gelegenheit den von der Köhler-Osbahr-Stiftung verliehenen Musikpreis der Stadt Duisburg entgegennehmen.

Fotos 1 und 2: J. Konrad Schmidt. Alle weiteren Kurt Steinhausen.










