6. Festival „Eigenzeit – Musik von Jetzt“

Sehr geehrtes Publikum,
mit dieser Ausgabe von „Eigenzeit – Musik von Jetzt“ laden wir Sie ein in die lebendige Welt der indischen Musik und Kultur – so weit, vielfältig und vielschichtig wie der Subkontinent selbst. Dieses Festival möchte einen Einblick in diesen Reichtum und diese Vielfalt ermöglich, sowohl in seine Bildende Kunst als auch in sein lebendiges musikalisches Erbe.

Die Inspiration für dieses Festival verdanken wir Rabindranath Tagore (1861–1941), dem indische Universalgelehrten und erste Literaturnobelpreisträger nichteuropäischer Herkunft, dessen umfassendes Werk einen tiefen Geist kultureller und künstlerischer Synthese verkörpert. In seinen eigenen Worten ausgedrückt: „Was immer wir an menschlichen Hervorbringungen verstehen und genießen, wird augenblicklich zu unserem eigenen, wo auch immer es seinen Ursprung haben mag.“

Der Eröffnungsabend präsentiert Bijayini Satpathy, die führende Vertreterin des Odissi-Tanzes. Die „Tagore Song Night“ öffnet ein Fenster zu Tagores musikalischer Welt, dem Rabindrasangeet, und feiert sein zeitloses Thema des Universalismus (mit einem Auftritt von mir, Kamalini).

Es folgt Kala Ramnath, die gefeierte Violinistin aus einer südindischen Musikertradition, die gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern auftritt. Parvathy Baul, die herausragende Stimme der wandernden Baul-Tradition, bringt ihre unverwechselbare Mischung aus Musik, Tanz und Erzählkunst auf die Bühne. Der Tabla-Meister und Komponist Bickram Ghosh und der Mridangam-Virtuose Patri Satish Kumar erschaffen gemeinsam mit weiteren Musikerinnen und Musikern charakteristische Klanglandschaften, die in einer Hommage an den legendären Ravi Shankar gipfeln.

Der israelische Mandolinist Avi Avital tritt zusammen mit dem Aris Quartett in einer einzigartigen transkulturellen Zusammenarbeit mit Tagores Musik auf. Darüber hinaus präsentiert das Festival eine Sitar-Sarod-Jugalbandi (ein instrumentales Duett) sowie eine Live-Milonga mit einer Tango-Show.

Neben diesen musikalischen Reisen präsentiert das Festival Filme von Satyajit Ray – einem der größten Meister der Filmgeschichte – sowie von Payal Kapadia, der jungen Filmemacherin, die beim 74. Filmfestival von Cannes den Grand Prix gewonnen hat. Das Publikum erlebt außerdem, wie der zeitgenössische bengalische Installationskünstler Narayan Chandra Sinha aus lokalem Industrieschrott Kunstwerke entstehen lässt. Auch kulinarische Traditionen finden hier ihren Platz: Die Food-Autorin Chitrita Banerji und der Ethnomusikologe Lars-Christian Koch, einer der führenden Tagore-Spezialisten Deutschlands, erkunden die Vielfalt und den Reichtum der bengalischen Esskultur.

All diese Stimmen feiern gemeinsam die Vielfalt, den Dialog und das Zusammenkommen klassischer, zeitgenössischer und volkstümlicher Traditionen aus aller Welt.

Willkommen bei Eigenzeit – Musik von Jetzt.

Kamalini Mukherji
Kuratorin

Nils Szczepanski
Intendant der Duisburger Philharmoniker und städtischen Konzerte

6. Festival “Music of Now”

Dear Audience,
with this edition of Eigenzeit – Music of Now, we invite you into the vibrant world of Indian music and culture – vast, diverse, and layered like the subcontinent itself. Through this festival, we offer a glimpse into that richness and variety – its art and sculpture and living musical heritage.

Our inspiration for this festival comes from Rabindranath Tagore (1861–1941), the Indian polymath and first non-European Nobel Laureate in Literature, whose expansive body of work embodies a profound spirit of artistic synthesis across cultures. In his own words, “Whatever we understand and enjoy in human products instantly becomes ours, wherever they might have their origin.”.

The opening night features Bijayini Satpathy, the leading exponent of Odissi dance. The “Tagore Song Night” opens a window onto Tagore’s musical world, Rabindrasangeet, celebrating his timeless theme of universalism (a performance by me, Kamalini). It continues with Kala Ramnath, the celebrated violinist from a South Indian lineage, performing with the Duisburg Philharmonic Orchestra. Parvathy Baul, the foremost voice of the itinerant Baul tradition, brings her distinctive blend of music, dance, and storytelling. Tabla maestro and composer Bickram Ghosh and mridangam virtuoso Patri Satish Kumar create distinctive soundscapes along with other musicians, culminating in a homage to the legendary Ravi Shankar.

Israeli mandolinist Avi Avital joins, along with the Aris Quartett, in a unique cross-cultural collaboration with Tagore’s music. The festival also showcases a sitar–sarod jugalbandi (instrumental duet) and a live milonga with a Tango show.

Alongside these musical journeys, the festival presents films by Satyajit Ray – one of cinema’s greatest masters – and by Payal Kapadia, the young filmmaker who won the Grand Prix at the 74th Cannes Film Festival. The audience also gets to experience the Bengali contemporary installation artist Narayan Chandra Sinha creating art out of local industrial scrap.

Culinary traditions also find a place here, as food writer Chitrita Banerjee and ethnomusicologist Lars-Christian Koch, one of Germany’s leading Tagore specialists, explore the richness of Bengali food culture. Together, these voices celebrate diversity, dialogue, and the meeting of classical, contemporary, and folk traditions from across the world.

Welcome to Eigenzeit – Music of Now.

Kamalini Mukherji
Curator

Nils Szczepanski
Artistic director of the Duisburger Philharmoniker

Die Konzerte

Das Programmheft zum Festival können Sie hier herunterladen oder online lesen >>

Hier finden Sie die Texte zum ersten >>, zweiten >>, dritten >>, vierten >> und fünften >> Eigenzeit-Festival.