Grußworte

Liebe Konzertbesucherinnen, liebe Konzertbesucher,

die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen und zusam­men mit ihnen neue Welten zu erkunden, gehört zu den Eigenschaften, die die Duisburger Philharmoniker seit jeher in besonderer Weise auszeichnen. Das beweist schon die Auswahl an Spielstätten, die sich das Orchester im Laufe der Jahre jenseits ihrer Stamm­häuser, der Philharmonie Mercatorhalle und dem Theater Duisburg, erobert hat. Vom Lehmbruck Museum und dem MKM Museum Küppersmühle über die zahlreichen Duisburger Schulen, in denen die Musikerinnen und Musiker im Rahmen ihrer erfolg­reichen klasse.klassik-Aktivitäten zu Gast sind, bis hin zum kompletten Stadtteil Marxloh, der auch 2025 und 2026 wieder eine bunt geschmückte Bühne für das durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien geförderte Exzellenzprojekt „Marxloh Music Circus“ sein wird: Die Duisburger Philharmoniker sind in der ganzen Stadt zu Hause und tragen zudem bei Gastspielen wie dem am 12. September 2025 in der Hamburger Elb­phil­harmonie oder dem am 21. September 2025 in der Kölner Phil­harmonie ihren Ruf in die Welt.

Mittlerweile haben die Duisburger Philharmoniker sogar noch einen anderen, nämlich den virtuellen Raum für sich entdeckt. Mit ihrer smarten Mediathek ist im vergangenen Jahr ein deutschlandweit einzigartiges Projekt an den Start gegangen, das den Duisburgerinnen und Duisburgern dank hochwertiger Streaming-Angebote Gelegenheit gibt, ihr Orchester mit seiner fast 150-jährigen Geschichte noch besser kennenzulernen. Konzertmitschnitte, Interviews und informative Features lassen sich kostenlos, jederzeit und überall genießen. Sie ermöglichen einen barrierefreien Zugang zu kultureller Teilhabe – im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt auch der nordrhein-westfälischen Landesregierung, deren Förderprogramm „Neue Wege“ den Aufbau dieses fantastischen Angebots ermöglicht hat. Das große Engagement, das öffentliche Förderer wie der Bund, das Land und die Stadt Duisburg, aber auch private Institutionen wie die Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e. V. mit ihren circa 800 Mitgliedern und Donatoren sowie private Förderer wie die Firma Krohne und die Peter Klöckner-Stiftung den Duisburger Philharmonikern entgegenbringen, bestätigt einmal mehr deren hohe künstlerische Qualität und erfolgreiche Arbeit.

Groß ist sowohl die Ausstrahlung als auch die Anziehungskraft der Duisburger Philharmoniker. Und so kommt es, dass nicht nur das Publikum, sondern auch Künstlerinnen und Künstler immer wieder gern zu diesem fantastischen Klangkörper zurückkehren – allen voran natürlich Stars, die selbst aus Duisburg kommen. Zu ihnen gehören der Geiger Frank Peter Zimmermann, der im 10. Philharmonischen Konzert mit Paul Hindemiths Violinkonzert zu hören ist, der Dirigent Benjamin Reiners, an der Seite der Klavierlegende Gerhard Oppitz beim 5. Philharmonischen Konzert zu erleben, oder der Pianist Kai Schumacher, der in dieser Spielzeit bereits zum neunten Mal mit seiner Genregrenzen überschreitenden Reihe „Kai Schumacher & Friends“ in die Philharmonie Mercatorhalle kommt. Auf einen in Duisburg wohlbekannten Gast freuen wir uns nicht zuletzt deshalb so besonders, weil er sein Versprechen, bald wiederzukommen, so prompt erfüllt hat: Axel Kober, der als Chefdirigent und Generalmusikdirektor das Duisburger Musikleben der letzten Jahre nachhaltig geprägt hat. Wir begrüßen ihn als Gast beim 4. Philharmonischen Konzert, bei dem er zu Beginn des Konzerts am 11. Dezember den von der Köhler-Osbahr-Stiftung verliehenen Musikpreis der Stadt Duisburg entgegennehmen wird.

Wir freuen uns zusammen mit Ihnen auf eine aufregende philharmonische Saison, die gleich mit einem Paukenschlag beginnt: Die in Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein veranstaltete konzertante Opernaufführung von Ludwig van Beethovens „Fidelio“ steht ganz im Zeichen des für unser demokratisches Gemeinwesen so entscheidenden Moments der Freiheit – und ist zudem Ausdruck der erfolgreichen Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg.

Sören Link, Oberbürgermeister · Foto: Stadt Duisburg / Eugen Shkolnikov

Sören Link
Oberbürgermeister
Foto: Stadt Duisburg / Eugen Shkolnikov

Linda Wagner, Kulturdezernentin · Foto: J. Konrad Schmidt

Linda Wagner
Kulturdezernentin
Foto: J. Konrad Schmidt

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Dr. Karl-Ulrich Köhler
Präsident der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e. V.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Duisburger Philharmoniker,

unsere Welt ist im Umbruch, was gestern sicher und verlässlich war, scheint im Bestand gefährdet. Wilde politische Entscheidungen in der Welt bedrohen Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Das Gefühl tiefer Verunsicherung macht sich breit, Stabilität muss her, Vertrauen muss neu etabliert und verdient werden; eine leider nicht (nur) im positiven Sinne aufregende Zeit.

Ich glaube, dass es wichtig ist, im eigenen Umfeld für Beständigkeit und Freude zu sorgen. Zuversicht und Kraft kommen aus Gemeinschaft, Bestätigung und schönen Erlebnissen. Diese erfahren wir seit vielen Jahren auch und besonders beim Besuch herausragender Konzerte unserer Duisburger Philharmoniker. Musik zwingt uns zum Innehalten, zum Nachdenken über uns selbst, zum Zuhören – und beschenkt uns obendrein mit ihrer Schönheit und ihrem Zauber.

Dieses Geschenk nicht nur anzunehmen, sondern dafür auch etwas zurückzugeben, ist der Impuls, der die Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e. V. antreibt, und das seit nunmehr 30 Jahren. Angesichts des runden Jubiläums sei mir als Präsident ein wenig Stolz erlaubt, wenn ich auf die erfolgreiche Arbeit zurückblicke, die seit 1995 geleistet wurde. Im gleichen Atemzug möchte ich meinen Dank an unsere Mitglieder, Sponsoren und Donatoren richten, und selbstverständlich auch an die Verantwortungsträger unseres Vereins: Mit Johanna Schie als erster Vorsitzender, Frank Kopatschek als stellvertretendem Vorsitzenden und Stephan Kube als Schatzmeister weiß ich unseren neuen Vorstand sehr gut aufgestellt. Ich sehe, dass dieses Team die Arbeit unseres Vereins ebenso engagiert und vertrauenswürdig fortsetzt, wie sie in den vergangenen Jahren geleistet wurde. Neben der Wertschätzung ist es nämlich vor allem die Verlässlichkeit, die unsere Partnerschaft mit den Duisburger Philharmonikern so erfolgreich macht – insbesondere dann, wenn es darum geht, Veranstaltungen jenseits des „philharmonischen Tagesgeschäfts“ durch unsere Förderung möglich zu machen, und das zuverlässig über einen langen Zeitraum hinweg.

Zu nennen ist in diesem Zusammenhang etwa die Reihe der Profile-Konzerte mit ihrer mehr als 25-jährigen Geschichte. In ihrem Rahmen zeigen die Mitglieder der Duisburger Philharmoniker auch in dieser Spielzeit wieder ihre vielfältigen kammermusikalischen Fähigkeiten, unter anderem in einem Programm, das in der renommierten Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Montepulciano erarbeitet wurde. Nicht lange zurück liegt auch das runde Jubiläum des Education-Programms klasse.klassik, das 2003 gestartet wurde und auch 2025/2026 vor allem mit zahlreichen spannenden Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche dafür sorgt, dass nachfolgende Generationen die gleiche Freude an der Musik erfahren dürfen wie wir, die gestandenen Konzerthaus-Gänger. Apropos: Wer die Zukunft im Blick hat, darf auch das Experiment nicht scheuen, und so ist es uns auch in dieser Saison wieder ein besonderes Anliegen, innovative Formate wie die Reihen „Kai Schumacher & Friends“ und „BEAT“ zu unterstützen. Und auch wenn man noch nicht wirklich an den kommenden Jahreswechsel denken mag, so freuen wir uns doch schon jetzt darauf, Sie beim traditionellen Neujahrskonzert begrüßen zu dürfen – diesmal sogar an zwei Terminen, mit Beethovens Neunter, zusammen mit hochkarätigen Gesangssolistinnen und -solisten und dem Philharmonischen Chor.

Und so freue ich mich mit Ihnen auf die neue Spielzeit und lasse mich mit Bezug auf die Anfangsworte aus voller Überzeugung nicht von meinem optimistischen Blick auf die Zukunft abbringen. Wir sehen uns bei den Philharmonikern!

Dr. Karl-Ulrich Köhler, Präsident der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker · Foto: Samuel Ashfield

Dr. Karl-Ulrich Köhler
Präsident der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e. V.
Foto: Samuel Ashfield

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Nils Szczepanski Intendant

Liebes Publikum,

Wandel ist ein universelles Prinzip, und wir sollten ihn, wie Rilke es in poetische Worte fasst, begrüßen und aktiv mitgestalten. Bei dieser spannenden Aufgabe entpuppen sich die Duisburger Philharmoniker – zwischen Orchestergraben und philharmonischer Bühne, zwischen klassischem und noch zu entdeckendem Repertoire, zwischen großer, kleiner und experimenteller Besetzung – immer wieder als Meister der „Ver-“Wandlung. Die Lust an der Metamorphose ist unserer lebendigen und kreativen Kulturinstitution ebenso eingeschrieben wie die dafür notwendige Offenheit und Neugier. Egal ob es um die Erkundung neuer Spielstätten (auch im virtuellen Raum!) geht oder um die Begegnung mit anderen Musikkulturen jenseits der eigenen Tradition: Wir, die Musikerinnen und Musiker und das gesamte Team der Duisburger Philharmoniker, laden alle Menschen unserer Stadt und von außerhalb herzlich ein, uns auf den Pfaden des Wandels zu begleiten, auch bei unseren Gastspielen in der Hamburger Elb­phil­harmonie und der Kölner Phil­harmonie.

Wie Sie, liebes Publikum, sind auch unsere Gastkünstler:innen Teil eines Prozesses, in dem sich das künstlerische und gesellschaftliche Profil der Duisburger Philharmoniker stetig weiterentwickelt. Gerade in dieser Übergangsspielzeit – nach dem Abschied unseres langjährigen Generalmusikdirektors Axel Kober – bedeutet diese Bereicherung von außen einen Energieschub, der uns fit macht für neue Abenteuer. Geiger:innen wie Diana Tishchenko, Frank Peter Zimmermann und Bomsori Kim prägen mit starken Persönlichkeiten das Programm der Philhar­monischen Konzerte ebenso wie die Klavierstars Gerhard Oppitz, Illia Ovcharenko und Boris Giltburg. Natürlich ist – nach einer Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein und einer prominent besetzten Aufführung von Beethovens „Fidelio“ zum Saisonauftakt – im 2. Philhar­monischen Konzert mit dem Mandolinisten Avi Avital dann auch unser Artist in Residence in der Mercatorhalle zu hören. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Axel Kober im 4. Philhar­monischen Konzert sowie auf weitere herausragende Dirigent:innen: auf Sylvain Cambreling etwa, der im 3. Philhar­monischen Konzert mit der Sopranistin Siobhan Stagg die Shakespeare-Vertonung „In Little Stars“ von Thomas Blomenkamp zur Uraufführung bringen wird, aber auch auf Benjamin Reiners, Oksana Lyniv, Alondra de la Parra und Stefan Blunier.

Vor dem Hintergrund von Carl Nielsens 4. Sinfonie mit dem Titel „Das Unauslöschliche“ zeigen sich die Duisburger Philharmoniker im wahrsten Sinne des Wortes als „Orchester des Wandels“. Ein Anspruch, der nicht nur Themen der Nachhaltigkeit umfasst, sondern auch den transkulturellen Dialog in den Blick nimmt: beim „Marxloh Music Circus“ etwa, aber auch im Rahmen der neu ausgerichteten Reihe der Kammerkonzerte, bei denen neben den sechs Programmen mit „klassischem“ Repertoire und drei Klavier-Recitals in drei weiteren Konzerten der Fokus der Musiker:innen auch auf anderen Musikkulturen liegt. Die Vielfalt der indischen Musik lässt sich darüber hinaus beim „Eigen­zeit – Musik von Jetzt“-Festival erkunden, dessen Kuratorin, die in Duisburg bereits bekannte Sängerin Kamalini Mukherji, herausragende Künstler:innen wie die Odissi-Tänzerin Bijayini Satpathy, den Tabla-Virtuosen Bickram Ghosh oder die Violinistin Kala Ramnath eingeladen hat.

Auch in ihrer Arbeit mit Jung und Alt öffnen die Duisburger Philharmoniker Horizonte: im Rahmen ihrer Education-Reihe klasse.klassik – ein umso wichtigeres Angebot in Zeiten, in denen die musikalische Bildung aus der Mitte der Gesellschaft zu verschwinden droht.

Ich lade Sie ein, sich mit uns auf den spannenden Prozess des Wandels einzulassen. Durch Ihre Begeisterung, liebes Publikum, tragen Sie die fantastische Arbeit unserer Musiker:innen und des gesamten Teams mit. Mein herzlicher Dank gilt nicht zuletzt unseren großzügigen Förder:innen aus Stadt, Land und Bund sowie den zahlreichen privaten Unterstützer:innen und Spender:innen, insbesondere der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e. V.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die Spielzeit 2025/2026 genießen zu können.

„Wolle die Wandlung. O sei für die Flamme begeistert,
drin sich ein Ding dir entzieht, das mit Verwandlungen prunkt;
jener entwerfende Geist, welcher das Irdische meistert,
liebt in dem Schwung der Figur nichts wie den wendenden Punkt.“
 
Rainer Maria Rilke, Sonette an Orpheus, Teil 2, XII

Nils Szczepanski, Intendant · Foto: J. Konrad Schmidt

Nils Szczepanski
Intendant
Foto: J. Konrad Schmidt

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