Landidylle mit schrägen Vögeln

8. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Justin Taylor Cembalo

Christian Schmitt Orgel

Axel Kober Dirigent · Foto: Susanne Diesner

Axel Kober Dirigent
Foto: Susanne Diesner

Justin Taylor Cembalo · Foto: V. Toussaint

Justin Taylor Cembalo
Foto: V. Toussaint

Christian Schmitt Orgel · Foto: Uwe Arens

Christian Schmitt Orgel
Foto: Uwe Arens

Un „petit rien“ (Ein „kleines Nichts“) – bescheidener kann man ein Werk wohl kaum betiteln als es Bernd Alois Zimmermann 1964 bei seiner heiter-verspielten Miniaturenfolge für kleines Orchester getan hat. Das Stück ging aus einer Hörspielmusik zu Marcel Aymés „Die Mondvögel“ hervor, die Zimmermann für den WDR komponiert hatte. Schwirrender Flügelschlag und eine leicht schräge, mondsüchtige Poesie prägen denn auch die sieben kurzen Sätze, deren klangliches Raffinement unverkennbar französischen Ursprungs ist. Natürlich kannte Zimmermann, der seit 1958 als Professor an der Kölner Musikhochschule lehrte, die Partituren des französischen Neoklassizismus sehr genau. So auch Francis Poulencs „Concert champêtre“ („Ländliches Konzert“) aus dem Jahre 1928, das dem seit Mozarts Zeiten aus dem Musikleben verschwundenen Cembalo eine grandiose Wiederauferstehung bereitete. Mit seinem melodischen Charme, seiner duftigen Grazie scheint sich das Stück geradewegs in die Epoche des französischen Rokoko zurückzuträumen – wenn auch mit sanfter Ironie.

Dass die unentwegte Expansion des romantischen Orchesters an ihr Ende gekommen war, wurde den Komponisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer stärker bewusst. Und so formierten sich bald überall in Europa Strömungen, die eine Rückkehr zur Klang- und Formensprache des 18. Jahrhunderts propagierten. Paul Hindemith knüpfte in seinen sieben zwischen 1922 und 1927 entstandenen Kammermusiken an die Concerto-Grosso-Tradition des Barockzeitalters an – mit deutlichem Verweis auf die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach. Der Österreicher Franz Schreker, der zuvor mit erotisch aufgeladenen Opern in der Wagner-Nachfolge hervorgetreten war, gab seiner Kammersinfonie aus dem Jahre 1916 ein höchst delikates Klangbild aus filigranen Linien und feinen Pastelltönen.

GMD Axel Kober präsentiert die Duisburger Philharmoniker hier als brillantes Kammerensemble, dem sich zwei Solisten von Rang hinzugesellen: Christian Schmitt, „Principal Organist“ der Bamberger Symphoniker, war schon zweimal in der philharmonischen Orgelreihe „Toccata“ zu Gast. Der französisch-amerikanische Cembalist Justin Taylor, vom Deutschlandfunk als „Tastenwunder“ apostrophiert, ist in der Alten Musik ebenso zuhause wie im vielgestaltigen Cembalo-Repertoire des 20. Jahrhunderts.

Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

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