Fauré Quartett

Weltgeltung mit Esprit

Das Fauré Quartett gehört zum Besten, was man derzeit hören kann

Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung

Die Anforderungen haben sich verändert. Wer heute Kammer­musik spielen will, kann sich nicht mehr auf das beschränken, was noch vor ein paar Jahr­zehnten die Regel war. Die Ansprüche an die Viel­falt des Reper­toires sind gewachsen und das schafft Frei­räume für Ensembles wie das Fauré Quartett, das sich innerhalb weniger Jahre als weltweit führendes Klavier­quartett ausgewiesen hat. Denn Dirk Mommertz (Klavier), Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola) und Konstantin Heidrich (Violoncello) nutzen die Möglich­keiten, die sich aus dieser Entwicklung ergeben. Sie erforschen neue Klang­felder der Kammer­musik und bringen Kompo­sitionen auf die Bühne, die bislang oft beiseite gelassen wurden.

Sie sind Visionäre ihres Fachs und ihre Experimente und Entdeckungen werden hoch geschätzt, ob sie mit der NDR Big Band spielen, mit Künstlern wie Rufus Wainwright oder Sven Helbig zusammen­arbeiten, in Clubs wie Berghain, Cocoon Club oder „Le Poisson Rouge“ in New York auftreten oder im KIKA sowie durch „Rhapsody in School“ Kinder für Kammer­musik begeistern. Als das Fauré Quartett beispielsweise 2009 ein Album mit „Popsongs“ präsen­tierte, war die Reaktion Begeisterung bei Presse und Publikum. Im folgenden Jahr bekam das Ensemble den ECHO Klassik für „Klassik ohne Grenzen“ verliehen, der zweite seiner Art nach den „Klavier­quartetten“ von Johannes Brahms („Kammer­musik­einspielung des Jahres“, 2008). Es sind nicht die einzigen Aus­zeichnungen. Das Spektrum der Ehrungen reicht vom Preis des Deutschen Musik­wett­bewerbs, dem Ensemble­preis der Fest­spiele Mecklen­burg-Vor­pommern und Inter­nationalen Wett­bewerbs­preisen über die Deutsche Schall­platten­kritik bis hin zum Brahms­preis der Brahms Gesellschaft Schleswig-Holstein 2012 und dem Musik­preis der Stadt Duisburg 2012.

Die Musiker des Fauré Quartetts sind in vieler Hinsicht Pioniere. Nachdem sie sich 1995 gleich zu Beginn ihrer Studien­zeit an der Musik­hoch­schule in Karlsruhe im 150. Jubiläums­jahr Gabriel Faurés zusammen­gefunden hatten, wurde den Musikern schnell klar, dass sich in dieser Kombi­nation neue Repertoire­welten erforschen lassen. Im Jahr 2006 unter­schrieb das Fauré Quartett einen Vertrag mit der Deutschen Grammophon und war für alle sichtbar in der Champions League des Klassik­geschäfts angekommen. Es entstanden Aufnahmen, die Maßstäbe setzen, hoch gelobte Alben mit Werken von Mozart, Brahms, Mendelssohn und den Popsongs von Peter Gabriel bis Steely Dan.

Welttourneen tragen diese Kompetenz in die Ferne, inter­nationale Meister­kurse geben sie an Studenten weiter. Die Mitglieder unter­richten außerdem an den Universi­täten der Künste in Berlin und Essen. Darüber hinaus gehört die künstle­rische Leitung des „Fest­spiel­frühlings Rügen“ ebenso zu den heraus­ragenden Aktivi­täten des Fauré Quartetts wie die Arbeit als „Quartet in Residence“ an der Karls­ruher Musik­hoch­schule. Auf Reisen gastieren die Musiker in den wichtigsten Häusern der inter­nationalen Konzert­welt vom Concertgebouw in Amsterdam über die Alte Oper in Frankfurt und die Berliner Phil­harmonie bis hin zum Teatro Colon in Buenos Aires und der Wigmore Hall in London, wo sie inzwischen fast jährlich Station machen. So setzt sich aus vielen künstle­rischen Ingredi­enzien ein Ensemble­profil zusammen, das seinesgleichen sucht.

Das Fauré Quartett – ein Ensemble mit Welt­geltung und der Leiden­schaft für besondere, maßgebliche Kammermusik.

Ralf Dombrowski

Foto: Mat Hennek
Quelle: Fauré Quartett
2012

Auftritte in der Spielzeit 2018/2019: