Verlorene Paradiese

Verlorene Paradiese

1. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Antony Hermus
Dirigent

Erik Bosgraaf
Blockflöte

1. Philharmonisches Konzert 2017/18 · Antony Hermus Dirigent · Foto: Marco Borggreve

Antony Hermus Dirigent
Foto: Marco Borggreve

1. Philharmonisches Konzert 2017/18 · Erik Bosgraaf Blockflöte · Foto: Sjaak Verboom

Erik Bosgraaf Blockflöte
Foto: Sjaak Verboom

Gustav Mahler und die Blockflöte – dieses Kapitel der Musikgeschichte wird wohl nie geschrieben werden. Allzu wenig, so scheint es, verbindet den reinen, gleichsam weißen Klang des schlichten Instruments mit den subtilen Nervenreizen der frühen Wiener Moderne, in deren Dunstkreis Gustav Mahlers Lieder und Sinfonien entstanden. Vielleicht war es gerade dieser offenkundige Gegensatz, an dem sich die Fantasie des niederländischen Komponisten Willem Jeths entzündete: Sein Konzert für Blockflöte und Orchester, das 2014 im Amsterdamer Concertgebouw uraufgeführt wurde, bringt die beiden Welten mit größter Überzeugungskraft zusammen. Willem Jeths, 1959 in Amersfoort geboren, schreibt eine hochintuitive Musik, die sich zur Melodie, zur emotionalen Tiefenwirkung bekennt. Sein Blockflöten-Konzert verlangt dem Instrument jähe Impulse und starke Kontraste in Klang und Geste ab. Zugleich beschwört es aber auch auf eine sehr anrührende Weise die Paradiese der Kindheit – und den Schmerz ihres jähen Verlöschens: In die Partitur sind Zitate aus Mahlers „Kindertotenliedern“ verwoben.

Der niederländische Blockflötist Erik Bosgraaf zählt zu den weltweit führenden Meistern seines Fachs – und das keineswegs nur im Kerngeschäft der Alten Musik. Bosgraaf macht sich in besonderer Weise für die Avantgarde stark und entert mit seiner Blockflöte auch furchtlos die Podien von Rock und Jazz. Was Vielseitigkeit und Entdeckerfreude betrifft, steht ihm sein Landsmann Antony Hermus nicht nach. Der promovierte Wirtschafts-Informatiker hat sich seine Sporen am Theater Hagen verdient, wo er vom Korrepetitor bis zum Generalmusikdirektor aufstieg. In dieser Funktion wirkte er von 2009 bis 2015 auch bei der Anhaltischen Philharmonie in Dessau. Als Gastdirigent arbeitete er unter anderem mit dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestre de la Suisse Romande und mehrfach mit dem Concertgebouw Orkest Amsterdam. Das Duisburger Publikum hat den jovialen Maestro bereits bei mehreren sommerlichen Open-Air-Veranstaltungen gefeiert. Unter seiner Leitung beschließen die Duisburger Philharmoniker das Eröffnungskonzert der neuen Saison mit Gustav Mahlers weltumspannender Sinfonie Nr. 5.

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