Tetzlaff Quartett

Tetzlaff Quartett:

Christian Tetzlaff Violine

Elisabeth Kufferath Violine

Hanna Weinmeister Viola

Tanja Tetzlaff Violoncello

Als Wolfgang Amadeus Mozart 1783 das Streichquartett d-Moll KV 421 komponierte, lag seine Frau Constanze nebenan in Geburtswehen. Ob sich solche Erfahrungen in der Musik niederschlagen? Der fiebrige Charakter des Werkes kann durchaus als Reflex einer psychischen Grenzsituation gedeutet werden. Auch Jean Sibelius’ Quartett in der gleichen Tonart entstand 1908/1909 in einer von Ängsten und Depressionen geprägten Lebensphase. Darauf mögen jene „inneren Stimmen“ anspielen, die dem Stück seinen Titel gaben. Die emotionale Glut in Alban Bergs Streichquartett op. 3 wird gleichfalls gern biografisch gedeutet. Gewidmet hat Berg das Werk seiner jungen Braut Helene Nahowski, die er nach langem Widerstand ihrer Eltern 1911 endlich vor den Traualtar führen durfte.

Alles nur Klatsch und Tratsch? Vielleicht doch nicht. Niemand wird behaupten wollen, dass große Musik im luftleeren Raum entstünde. Und es ist ja auch deutlich hörbar ein Programm der starken inneren Spannungen, mit dem das Tetzlaff Quartett in Duisburg gastiert. Das 1994 gegründete Ensemble setzt sich aus vier markanten Musiker-Persönlichkeiten zusammen, die allesamt eine hohe solistische Reputation haben. Als Quartett zählen sie schon lange zur internationalen Elite, was regelmäßige Auftritte unter anderem in der Londoner Wigmore Hall, im Wiener Musikverein und im Concertgebouw Amsterdam belegen.

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Foto: Giorgia Bertazzi

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