Romantischer Bestseller

1. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Benjamin Shwartz Dirigent

Nikolaj Szeps-Znaider Violine

1. Philharmonisches Konzert Benjamin Shwartz Dirigent Foto: Larry Garf

Benjamin Shwartz Dirigent
Foto: Larry Garf

1. Philharmonisches Konzert Nikolaj Szeps-Znaider Violine Foto: Lars Gundersen

Nikolaj Szeps-Znaider Violine
Foto: Lars Gundersen

Ganze 22 Jahre alt war Nikolaj Szeps-Znaider, als er 1997 den renommierten Brüsseler Violinwettbewerb „Königin Elisabeth“ gewann. Der große Yehudi Menuhin bezeichnete ihn damals gar als legitimen Nachfolger der belgischen Violinlegende Eugène Ysaÿe. Eine solche Empfehlung von prominenter Seite kann enorm hilfreich sein – aber man muss ihr natürlich auch gerecht werden, sonst wird sie leicht zur Bürde. Nikolaj Szeps-Znaider, 1975 als Sohn polnisch-israelischer Eltern in Dänemark geboren, ist das in den zwei Jahrzehnten seit seinem fulminanten Karrierestart eindrucksvoll gelungen. Als Solist konzertierte er mit Spitzenorchestern wie dem New York Philharmonic, der Staatskapelle Dresden oder dem Gewandhausorchester Leipzig; zu seinen Partnern zählen bedeutende Dirigenten wie Valery Gergiev, Zubin Mehta oder Mariss Jansons. Neben seiner solistischen Tätigkeit ist Nikolaj Szeps-Znaider mittlerweile auch als Dirigent international gefragt; diese Facette seiner vielseitigen Künstlerpersönlichkeit wird er im 5. Philharmonischen Konzert präsentieren.

Das Violinkonzert Nr. 1 g-Moll von Max Bruch hat Nikolaj Szeps-Znaider bereits im Alter von 25 Jahren aufgenommen und damit den Kritiker des britischen Musikmagazins Gramophone zu der Bemerkung veranlasst, er habe „seit langer Zeit keine so erfreuliche oder vielversprechende Debüt-CD gehört.“ Schon damals mied Znaider die Nähe zu jener fatalen Kitsch-Nische, in die eine schlechte Tradition das berühmte Stück gestellt hat. Für einen frischen, von belastenden Konventionen freien Zugang zu diesem romantischen Bestseller hat Nikolaj Szeps-Znaider in Benjamin Shwartz einen idealen Partner. Der neue 1. Gastdirigent der Duisburger Philharmoniker hat mit seifigem Pathos gleichfalls nichts im Sinn; das hat der temperamentvolle Maestro in Duisburg bereits mehrfach bewiesen.

Als leidenschaftlicher Anwalt einer farbigen und wirkungskräftigen Moderne stellt Benjamin Shwartz ein Orchesterstück seines finnischen Kollegen Esa-Pekka Salonen an den Beginn des Programms. Eine reizvolle Begegnung der Persönlichkeiten und Epochen vollzieht sich in der Orchester-Bearbeitung, die Arnold Schönberg dem Klavierquartett g-Moll seines Idols Johannes Brahms angedeihen ließ. Er hatte sich dabei vorgenommen, „streng im Stil von Brahms zu bleiben“ – ob ihm das gelungen ist, darf man angesichts des üppigen Schlagzeug-Einsatzes im finalen „Rondo alla Zingarese“ schon bezweifeln. Der unwiderstehlichen Bravour des Arrangements tut das indes keinerlei Abbruch.

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