Romantische Visionen

6. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Christoph Schneider Klarinette

6. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Axel Kober Dirigent · Foto: Max Brunnert

Axel Kober Dirigent
Foto: Max Brunnert

6. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Christoph Schneider Klarinette

Christoph Schneider Klarinette
 

Carl Maria von Weber gilt allgemein als der „Erfinder“ des romantischen Klarinettenklangs. Aber war es wirklich das Wunder der Inspiration? Wohl eher die Begegnung mit einem herausragenden Virtuosen, der dem Komponisten die Möglichkeiten des Instruments erst so recht vor Ohren führte. 1811 lernte Weber den Klarinettisten Heinrich Baermann kennen, der seit 1807 in der Münchner Hofkapelle wirkte. Baermann war ein Visionär der Klarinette, geradezu besessen von der Idee, ihr spieltechnisches und klangliches Potential zu erweitern. Für die Umsetzung dieser Idee war er wiederum auf die Schöpferkraft großer Komponisten angewiesen – neben Weber schrieben auch Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer und Franz Danzi Werke für Bärmann, der als Solist und Lehrer eine europäische Berühmtheit war.

In der 1821 uraufgeführten Oper „Der Freischütz“ wird die Klarinette zur Stimme der Seele, fähig, ihre feinsten Regungen und tiefsten Abgründe zu erschließen. Aber schon zehn Jahre zuvor war Weber mit seinem Klarinettenkonzert f-Moll ein kühner Vorgriff auf die Klangwelt der romantischen Oper gelungen. Die düstere Stimmungskunst der Einleitung, die weit ausschwingende Arienmelodie des langsamen Satzes, schließlich das Final-Rondo mit seiner tänzerischen Vitalität – all das ruft geradezu nach dem Theater. Was der früh verstorbene Komponist selbst nur noch anreißen konnte, erfüllte sich im Werk seines großen Nachfolgers Richard Wagner. Und fand von dort in den Konzertsaal zurück: Jenes magische Helldunkel, dem „Der Freischütz“ ebenso wie „Das Rheingold“ seine Wirkung verdankt, begegnet dem Hörer auch in den Sinfonien Anton Bruckners. Davon zeugt vor allem die 1883 vollendete „Siebte“, deren ergreifendes Adagio eine Trauermusik für den kurz zuvor verstorbenen Richard Wagner darstellt.

Den enorm gewachsenen Anforderungen an das solistische Bläserspiel trägt seit 2006 der Internationale Aeolus Bläserwettbewerb Düsseldorf Rechnung. Seine Preisträger finden regelmäßig den Weg in große Orchester – so auch der 1989 in Frankfurt geborene Christoph Schneider, der 2016 als Erster Soloklarinettist zu den Duisburger Philharmonikern kam. Als Solist und Kammermusiker war er zuvor schon bei zahlreichen großen Wettbewerben erfolgreich gewesen. Am Pult steht ihm mit Axel Kober ein ausgewiesener Spezialist für die Musiksprache der deutschen Romantik zur Seite.

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Mit freundlicher Unterstützung des INTERNATIONALEN AEOLUS BLÄSERWETTBEWERBS

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