Klassische Grazie und romantische Dämonie

9. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Werner Ehrhardt Dirigent

Anna Harvey Alt

Patrick Grahl Tenor

Johannes Kammler Bariton

Wolf Matthias Friedrich Bass

Anna-Victoria Baltrusch Orgel

philharmonischer chor duisburg

9. Philharmonisches Konzert Werner Ehrhardt Dirigent Foto: peuserdesign

Werner Ehrhardt Dirigent
Foto: peuserdesign

9. Philharmonisches Konzert Anna Harvey Alt Foto: Justin Kim

Anna Harvey Alt
Foto: Justin Kim

9. Philharmonisches Konzert Johannes Kammler Bariton Foto: Besim Mazhiqi

Johannes Kammler Bariton
Foto: Besim Mazhiqi

9. Philharmonisches Konzert Wolf Matthias Friedrich Bass Foto: seeyou-design.de

Wolf Matthias Friedrich Bass
Foto: seeyou-design.de

9. Philharmonisches Konzert Anna-Victoria Baltrusch Orgel Foto: Sabine Schünemann

Anna-Victoria Baltrusch Orgel
Foto: Sabine Schünemann

Man nennt ihn auch den „schwedischen Mozart“: Wie der große Kollege wurde Joseph Martin Kraus im Jahre 1756 geboren, ging bereits als junger Musiker nach Stockholm und wurde hier 1781 zum 2. Hofkapellmeister ernannt – im gleichen Jahr, da sich Mozart als freischaffender Komponist in Wien niederließ. So weit man weiß, sind die beiden einander nie begegnet, obwohl Kraus 1782 anlässlich einer Reise durch die europäische Theaterlandschaft auch in Wien Station machte und dort mit Größen wie Haydn, Gluck und Salieri zusammentraf. Kraus überlebte Mozart nur um ein Jahr; er starb im Dezember 1792 an einer verschleppten Tuberkulose.

Schon im April 2016 stand ein Werk des lange vergessenen Komponisten auf dem Programm der Philharmonischen Konzerte: Reinhard Goebel dirigierte damals die „Symphonie funèbre“, die Kraus 1792 für den nach einem Attentat gestorbenen König Gustav III. schrieb. Schon fünf Jahre zuvor hatte Kraus für eine Aufführung von Molières „Amphitryon“ am schwedischen Hof eine mehrteilige Schauspielmusik komponiert, die seither in den Archiven schlummerte. Werner Ehrhardt hat die in ihrer klassischen Grazie eher an Gluck als an Mozart erinnernde Partitur wiederentdeckt und 2007 bei den Tagen Alter Musik in Herne präsentiert. Der Kölner Geiger und Dirigent leitete von 1985 bis 2005 das Kammerorchester Concerto Köln. 2004 gründete er mit l’arte del mondo ein weiteres Spezialensemble, das sich rasch einen Spitzenplatz in der internationalen Originalklangszene erobern konnte.

„Leuchtende Klangfarben sowie viel Schwung und Leidenschaft“ konstatierte die Rheinische Post nach Anna-Victoria Baltruschs Auftritt im Rahmen der Duisburger Orgelreihe „Toccata“. Mit einem Orgelkonzert des jungen Joseph Haydn kehrt die vielfach preisgekrönte Konzertorganistin an die philharmonische Eule-Orgel zurück. Auch bei Felix Mendelssohn Bartholdys „Die erste Walpurgisnacht“ kann Werner Ehrhardt auf exzellente Partner zählen: Vier renommierte Solisten und der philharmonische chor duisburg sorgen in dieser von roman­tischer Dämonie erfüllten Goethe-Vertonung für plastischen, konturenscharfen Vokalklang. „Ich fühle, wie groß die Aufgabe ist und mit welcher Sammlung und Ehrfurcht ich sie angreifen muss“, schrieb Mendelssohn 1830 an den Dichter. Die Uraufführung hat Goethe nicht mehr erlebt – sie fand 1833 in der Berliner Sing­akademie statt.

Musikbeispiele hören in unseren „Klangproben“ >>

Eingestellt unter Philharmonische Konzerte | Zurück zur Startseite