Eine Arie zum Abschied

7. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Daniel Cohen Dirigent

David Fray Klavier

Jana Baumeister Sopran

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Corona-Krise Änderungen gegenüber dem im play! angekündigten Programm vorgenommen wurden.

Daniel Cohen Dirigent · Foto: Kaupo Kikkas

Daniel Cohen Dirigent
Foto: Kaupo Kikkas

David Fray Klavier · Foto: Marco Borggreve / Warner Classics

David Fray Klavier
Foto: Marco Borggreve / Warner Classics

Jana Baumeister Sopran · Foto: Bjoern Hadem

Jana Baumeister Sopran
Foto: Bjoern Hadem

Sie war die erste Susanna in Mozarts „Le nozze di Figaro“ – und vielleicht auch noch ein bisschen mehr. Nancy Storace, 1765 als Tochter eines italienischen Kontrabassisten in London geboren, zählte zu den größten Sängerpersönlichkeiten ihrer Zeit. Ihre Ausbildung empfing sie in Italien, wo sie auch ihre ersten großen Erfolge feierte. Als sie mit einer fürstlichen Jahresgage an die Wiener Hofoper engagiert wurde, war sie noch keine 18 Jahre alt. 1787 kehrte Nancy Storace nach London zurück. Vermutlich als Beitrag für ihr Abschiedskonzert komponierte Mozart der Sängerin eine virtuose Konzertarie auf den Leib, die auch ein Klavier-Solo für ihn selbst enthielt. „Komponiert für die Signora Storace von ihrem Diener und Freund W. A. Mozart, Wien am 26. Dezember 1786“ steht auf dem Titelblatt – ob die beiden „nur“ eine Künstlerfreundschaft verband, darüber gehen die Meinungen der Biografen auseinander.

Die junge Sopranistin Jana Baumeister gehört seit 2014 zum Ensemble des Staatstheaters Darmstadt. Ihr Chef dort ist GMD Daniel Cohen, der seine Karriere als Geiger im „West-Eastern Divan Orchestra“ begann und durch dessen Leiter Daniel Barenboim nachhaltig gefördert wurde. Der junge israelische Maestro machte unter anderem mit Produktionen an der Deutschen Oper Berlin und der Berliner Staatsoper von sich reden. Mit Mozarts Sinfonie D-Dur KV 385 stellt er den Duisburger Philharmonikern eines der schönsten Orchesterwerke der Wiener Klassik auf die Pulte. Das sonnenhelle, mitreißend vitale Werk wurde 1783 aus einer sechssätzigen Serenade extrahiert, die Mozart im Jahr zuvor für die Erhebung des vermögenden Salzburger Privatiers Sigmund Haffner in den Adelsstand komponiert hatte.

Dass sich selbst bei Mozart, dem „Götterliebling“, die sprichwörtlichen Leichen im Keller finden, dafür steht beispielhaft das 1786 komponierte Klavierkonzert c-Moll. Den Solopart in diesem von dunkler Ausdrucksgewalt gezeichneten, in einem schaurigen Totentanz endenden Stück gestaltet der französische Pianist David Fray. Als Einspringer für die erkrankte Hélène Grimaud avancierte er 2006 zum Shooting Star der internationalen Klavierszene; sein pointenreiches, glasklar artikuliertes Spiel ruft bei Kritikern immer wieder Vergleiche mit dem legendären Glenn Gould hervor.

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Öffentliche Proben
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