Eviva España

4. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Joaquín Clerchr Gitarre

4. Philharmonisches Konzert Axel Kober Dirigent Foto: Max Brunnert

Axel Kober Dirigent
Foto: Max Brunnert

4. Philharmonisches Konzert Joaquín Clerch Gitarre Foto: Ricarda Niks

Joaquín Clerch Gitarre
Foto: Ricarda Niks

Mit seinem Concierto de Aranjuez landete Joaquín Rodrigo 1939 einen echten Welthit: Das duftige, anmutige Gitarrenkonzert ist eine Reverenz an jene Blütezeit der spanischen Geschichte, als deren Stein gewordene Erinnerung der Königspalast von Aranjuez gilt. Der ohrwurmverdächtige Mittelsatz entfaltet seinen melancholischen Zauber im Original ungleich besser als in den seichten Cover-Versionen von Milva oder Nana Mouskouri. In den besten Händen liegt die noble, reich ausgezierte Melodie bei Joaquín Clerch. Der kubanische Gitarrist ging bei so unterschiedlichen Meistern wie Eliot Fisk und Nikolaus Harnoncourt in die Lehre und wirkt seit 1999 als Professor an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Als Solist spielte er unter anderem mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Orchestre National du Capitole de Toulouse.

Spaniens Komponisten haben lange um ihre nationale Identität abseits operettenhaft bunter Postkarten-Romantik gerungen. Stilbildend wurde hier der Andalusier Manuel de Falla, der in seinem Ballett „Der Dreispitz“ (1919) altspanische Tänze wie Fandango und Seguidilla wiederbelebte. Das schillernde Kolorit dieser Musik verrät zugleich den großen Einfluss, den französische Komponisten auf de Falla hatten. Diese wiederum ließen sich immer wieder vom exotischen Reiz spanischer Folklore inspirieren – ein Austausch auf Augenhöhe, den GMD Axel Kober in diesem attraktiven Programm sinnfällig vorführt.

Manuel de Falla empfand Emmanuel Chabrier brillante Orchesterrhapsodie „España“ denn auch keines­wegs als feindliche Übernahme nationaler musikalischer Werte; vielmehr stellte er anerkennend fest, dass kein spanischer Komponist den Volkstanz Jota so authentisch erfasst habe wie der französische Kollege. Das gilt natürlich noch mehr für den Boléro von Maurice Ravel, der über seine baskische Mutter allerdings auch spanisches Blut in den Adern hatte. Dem Komponisten selbst war der Welterfolg dieser im Grunde eher schlicht konstruierten Orchester-Klangstudie eher verdächtig. Sein ironischer Kommentar: „Ich habe nur ein Meisterwerk gemacht, das ist der Boléro; leider enthält er keine Musik.“

Eingestellt unter Philharmonische Konzerte | Zurück zur Startseite