delian::quartett · Measha Brueggergosman

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Measha Brueggergosman Sopran

Und reingefallen. Dem vermeintlichen Schlussakkord von Haydns Es-Dur-Quartett folgt nach einer hinterhältig langen Generalpause noch einmal der Anfang des Finales, dann erst ist das Stück vorbei. Weh dem, der da zu früh klatscht! Aber vielleicht wollte der Komponist ja gerade jene selbst­gefälligen Musikfreunde hinters Licht führen, die so gerne mit Kenner-Attitüde den allgemeinen Applaus eröffnen. Wie auch immer – ein spätes Echo fand Haydns skurriler Humor in Francesco Filideis „Studie des Wahnsinns“. Der 1973 geborene Italiener macht hier eine Nebentätigkeit der Musiker zu ihrer Hauptaufgabe. Welche, das sei noch nicht verraten.

Das delian::quartett liebt solche intelligenten Späße und ist auch sonst für einen vitalen Musizierstil bekannt, der jede zeremonielle Steifheit meidet. Das hat das 2007 gegründete Quartett in Duisburg schon zweimal an der Seite prominenter Gäste bewiesen. Nach Bruno Ganz und Stella Doufexis nehmen die vier nun Measha Brueggergosman in ihre Mitte. Die kanadische Sopranistin ist ein Star der internationalen Opernbühnen und Konzertpodien; 2010 sang sie die Hymne zur Eröffnung der olympischen Winterspiele in Vancouver. Mit den schlichten Ophelia-Liedern von Johannes Brahms und einer Auswahl glamou­röser Kurt-Weill-Chansons bietet die charismatische Sängerin ein facettenreiches Selbstportrait.

Foto delian::quartett: Mathias Bothor

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