Con Brio

Con Brio

3. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Gunther Rost Orgel

3. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Axel Kober Dirigent · Foto: Max Brunnert

Axel Kober Dirigent
Foto: Max Brunnert

3. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Gunther Rost Orgel · Foto: Christophe Sorenti

Gunther Rost Orgel
Foto: Christophe Sorenti

Man hört ja immer wieder, der Avantgarde fehle es an Humor. Für den 1973 geborenen Komponisten Jörg Widmann gilt das aber keineswegs. Seine Musik ist geradezu befreiend humorvoll und nimmt auch das eigene Metier gerne hintersinnig aufs Korn. Kein Wunder: Als gefeierter Klarinettist steht Widmann selbst regelmäßig auf dem Podium und hat daher einen durchaus realistischen Blick auf die Eigentümlichkeiten des Musik­betriebs. Sein Orchesterstück „Con Brio“, 2008 von Mariss Jansons in München aus der Taufe gehoben, hat sich in den letzten Jahren als ausgesprochene Erfolgsnummer etabliert. Widmann greift darin augen­zwinkernd die explosive Vitalität in Beethovens siebter und achter Sinfonie auf. In einer elfminütigen Parforcejagd treibt er Beethoven-Zitate durchs Orchester, spielt mit Atemgeräuschen und spannt die Musiker in ein effektvolles Instrumentaltheater ein.

Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein und gegenwärtig auch Chef­dirigent der Duisburger Philharmoniker, stellt dem furiosen Stück seine klassische Inspirationsquelle gegenüber. Auch in Beethovens „Achter“ werden Formkonzepte ironisch aufgebrochen; Entwicklungen gehen ins Leere, rhythmische Unwuchten bringen die Wahrnehmung ins Schwanken. Wo sonst der „langsame Satz“ steht, liefert Beethoven eine munter tickende Reverenz an das Metronom: Der Abstieg von den Höhenflügen der Aufklärungsepoche zum beschleunigten Produktionstakt des Industriezeitalters hat 1812 bereits begonnen.

Für ein humorvolles Brio steht üblicherweise auch der Name des französischen Komponisten Francis Poulenc, der sich in seinem berühmten Orgelkonzert allerdings von einer ganz anderen Seite präsentiert: Das 1938 entstandene Werk bringt dramatische Wucht und religiöse Andacht, Toccaten-Energie und lyrischen Fluss unter einen großen konzertanten Bogen. Solist ist der österreichische Organist Gunther Rost, der bereits mit 27 Jahren als Professor an die Grazer Universität für Musik und darstellende Kunst berufen wurde. In der vergangenen Spielzeit beeindruckte er das Duisburger Orgelpublikum mit einem furiosen Arrangement der Klaviersonate h-Moll von Franz Liszt – eine Virtuosenleistung ersten Ranges, wie sie für den kühnen und entdeckungsfreudigen Künstler typisch ist.

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