Missa Solemnis

1. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Christoph Spering Dirigent

Julia Kleiter Sopran

Ingeborg Danz Alt

Christoph Prégardien Tenor

Tareq Nazmi Bass

Chorus Musicus Köln

Dieses Konzert, ursprünglich für November 2020 angekündigt, wurde wegen der Corona-Krise verschoben.
Den ausführlichen Magazin-Beitrag aus dem play! 2020/2021 finden Sie hier >>

Julia Kleiter Sopran · Foto: Theodora Richter

Julia Kleiter Sopran
Foto: Theodora Richter

Ingeborg Danz Alt · Foto: Felix Broede

Ingeborg Danz Alt
Foto: Felix Broede

Christoph Prégardien Tenor · Foto: Jean-Baptiste Millot

Christoph Prégardien Tenor
Foto: Jean-Baptiste Millot

Tareq Nazmi Bass · Foto: Marco Borggreve

Tareq Nazmi Bass
Foto: Marco Borggreve

Chorus Musicus Köln · Foto: Emil Zander

Chorus Musicus Köln
Foto: Emil Zander

„Der Tag, wo ein Hochamt von mir zu den Feyerlichkeiten Ihro Kaiserliche Hoheit soll aufgeführt werden, wird für mich der schönste meines Lebens seyn, u. Gott wird mich erleuchten, daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses Feyerlichen Tages beytragen.“ So schrieb Ludwig van Beethoven zu Beginn des Jahres 1819 an den Erzherzog Rudolph von Österreich, seinen königlichen Freund, Schüler und Mäzen. Die beschriebene „Feyerlichkeit“ war die Inthronisation des Erzherzogs als Bischof von Olmütz im Jahre 1820. Beethoven hatte ihm zu diesem Anlass die Komposition einer großen Messe versprochen.

Aber es sollte anders kommen. Eine prachtvolle Festmusik, konventionell in der Form, nicht allzu schwierig in der Ausführung und eingängig für den Hörer – so etwas war mit Beethoven nicht zu machen. Schon bald wurde ihm klar, dass er es nicht rechtzeitig schaffen würde, auch wenn er dem Erzherzog immer wieder Hoffnungen machte. Er vergrub sich tief in die Geschichte der Kirchenmusik, studierte die alten Meister, allen voran Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Zugleich ging er dem liturgischen Text auf den Grund, spiegelte ihn an seinen eigenen Weltanschauungen und den historischen Umwälzungen der Epoche.

Am Ende musste Rudolph mit einer Messe des Wiener Komponisten Johann Nepomuk Hummel Vorlieb nehmen. Dafür hielt er drei Jahre später als Widmungsträger ein Werk von universaler Größe und Bedeutung in Händen, ein Werk, das auch ein Gegenstück zur etwa zeitgleich entstandenen Sinfonie Nr. 9 darstellt. Wo die Sinfonie zur allgemeinen Verbrüderung aufruft, zeigt die Messe den suchenden, zweifelnden, um Halt ringenden Menschen inmitten einer bedrohten Welt. Das „Agnus Dei“ wird zum leidenschaftlichen Friedensappell: „Bitte um inneren und äußeren Frieden“ notierte der Komponist in der Partitur.

Mit den beiden Aufführungen der Missa Solemnis wollten die Duisburger Philharmoniker ursprünglich ihre Aktivitäten zum Beethoven-Jahr 2020 krönen. Auch das kam nun leider anders. Ganz so lange wie der Erzherzog muss das Duisburger Publikum aber nicht auf „seine“ Missa Solemnis warten. Für den Nachhol­termin konnten wieder prominente Sängerpersönlichkeiten verpflichtet werden, die dem Duisburger Publikum aus früheren Begegnungen bestens bekannt sind – ebenso wie der Kölner Kantor und Dirigent Christoph Spering, der mit seinem Chorus Musicus Köln regelmäßig auf den wichtigsten Podien der historischen Aufführungspraxis gastiert.

Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

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