Tanzekstasen

Tanzekstasen

11. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Clemens Schuldt Dirigent

Armida Quartett:

Martin Funda Violine

Johanna Staemmler Violine

Teresa Schwamm Viola

Peter-Philipp Staemmler Violoncello
– Artists in Residence –

11. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Clemens Schuldt Dirigent · Foto: Sammy Hart

Clemens Schuldt Dirigent
Foto: Sammy Hart

11. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Armida Quartett · Foto: Felix Broede

Armida Quartett
Foto: Felix Broede

So hatten sich die Apparatschiks der ungarischen Kulturbürokratie das natürlich nicht vorgestellt. Szenen aus dem rumänischen Dorfleben: ja gerne. Rassige Tanzfolklore: noch besser. Aber die schrägen Harmonien und kratzigen Klänge, die ihnen der junge György Ligeti da zumutete, entsprachen keineswegs ihrem Konzept einer heilen kommunistischen Klangwelt. So kam das effektvolle, mitreißende Concert Românesc anno 1951 in Buda­pest nur bis zur Probe – und verschwand danach für 20 Jahre in der Schublade. Solche Fehler konnten dem erfahrenen Sergej Prokofjew natürlich nicht mehr passieren. Der russische Komponist, durch jahrelange Kämpfe mit Stalins Schergen zermürbt, blieb in seiner gleichfalls 1951 vollendeten letzten Sinfonie auf der sicheren Seite, goss eingängige, nachromantisch blühende Melodien in eine klare, stabile Form. Und doch ist da eine Melancholie, eine Abschiedstrauer, die sich durch alle Konventionen hindurch Bahn bricht und dem Stück einen sehr persönlichen Stempel aufdrückt.

„Enthusiastisch und voller Energie“ beschrieb die Süddeutsche Zeitung den jungen Dirigenten Clemens Schuldt, der sich seine Sporen als Orchestergeiger verdient hatte, bevor er den Sprung in eine Kapell­meister-Laufbahn wagte. 2016 übernahm der gebürtige Bremer die Leitung des Münchener Kammerorchesters; Gastdirigate führten ihn unter anderem zum BBC Philharmonic, zu den Bamberger Symphonikern sowie den Sinfonieorchestern des WDR, SWR und ORF. Gemeinsam mit dem Armida Quartett präsentiert Clemens Schuldt ein Werk des Schweizer Komponisten und Saxofonisten Daniel Schnyder, der mit großem Erfolg an der Schnittstelle von Klassik und Jazz arbeitet. „Impetus“ überschrieb der seit 1992 in New York lebende Musiker sein Konzert für Streichquartett und Orchester. Aus der Taufe gehoben wurde es 2014 vom Artemis Quartett, den Lehrern und Mentoren der Duisburger „Artists in Residence“. Quartett und Orchester liefern sich hier einen rhythmisch zugespitzten, höchst unterhaltsamen Schlagabtausch. „Man hört eine freche Tanzkapelle aus der Zukunft“, befand die Frankfurter Rundschau – was wiederum einen Bogen zu György Ligetis furiosem Concert Românesc schlägt.

Das Projekt „Artist in Residence“ wird gefördert von der Peter Klöckner-Stiftung

Das Konzert wird vom WDR3 live übertragen!

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