
Rekordverdächtig
Duisburger Philharmoniker
Stefan Blunier Dirigent
Sechs Sinfonien in unter einer Stunde, das klingt rekordverdächtig. Sozusagen im ICE-Tempo geht es zum Abschluss der neuen Reihe durch die Geschichte dieser Königsgattung der Instrumentalmusik, vom empfindsamen Stil der Frühklassik bis tief ins 20. Jahrhundert hinein. Frühe Sinfonien von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart rahmen das Programm – und damit die beiden Komponisten, die die Sinfonie zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt haben. Apropos Rekord: Auf die unglaubliche Anzahl von über 100 Sinfonien hat Haydn es in seinem produktiven Schaffen gebracht. Als sozusagen sinfonischer Wegbereiter ist Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn des berühmten Johann Sebastian, vertreten, in dessen Sinfonie zur reinen Streicherbesetzung nach alter barocker Tradition noch ein Cembalo tritt. Moderne Töne mischt der Franzose Darius Milhaud ins sinfonische Erfolgsrezept, in dessen Kammersinfonie „Der Frühling“ brasilianische Rhythmen und Einflüsse des Jazz zu hören sind. Mit nicht mal vier Minuten Dauer hat er damit eine Sinfonie im Hosentaschenformat komponiert. Mit nur einem Satz, anstelle der sonst üblichen vier, kommt Igor Strawinsky in seiner „Symphonies d’instruments à vent“ aus, deren reine Bläserbesetzung für expressionistische Töne sorgt. Und so wie die Werke des Programms aus unterschiedlichen Epochen stammen, so erklingen sie an auch unterschiedlichen Orten der Salvatorkirche, als sinfonisches Spiel mit Zeit und Raum.
Raus aus dem Konzertsaal, rein ins Duisburger Stadtleben: Mit der neuen Reihe, persönlich kuratiert vom neuen Generalmusikdirektor Stefan Blunier, möchten die Duisburger Philharmoniker noch enger mit ihrem Publikum in Kontakt treten: mal frech, mal derb, mal ausgelassen, mal nachdenklich – eben anders. Vier Veranstaltungen, verteilt über die Spielzeit, laden ein zu ganz besonderen Konzerterlebnissen: mal zum Genießen, mal zum Mitmachen. In lockeren Formaten von etwa einer Stunde Dauer, moderiert von der jeweiligen Leitung des Konzerts, durchstreift das Orchester ein weites Repertoire – von Klassik bis Crossover, von Jazz bis Kammerformation, von Zeitgenössischem bis hin zum populären Wunschkonzert. Und bei jeder Veranstaltung wartet eine kleine Überraschung auf das Publikum …
Foto Duisburger Philharmoniker: Simon Pauly



