Romantische Fantasien

Romantische Fantasien

11. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Christoph-Mathias Mueller
Dirigent

Frank Peter Zimmermann
Violine

11. Philharmonisches Konzert 2017/18 · Christoph-Mathias Mueller Dirigent · Foto: Marco Borggreve

Christoph-Mathias Mueller Dirigent
Foto: Marco Borggreve

11. Philharmonisches Konzert 2017/18 · Frank Peter Zimmermann Violine · Foto: Harald Hoffmann Hänssler Classical

Frank Peter Zimmermann Violine
Foto: Harald Hoffmann Hänssler Classical

Am 27. Oktober 1853 leitete Robert Schumann sein letztes Konzert als Düsseldorfer Musikdirektor – und bereitete damit einer bekanntermaßen glücklosen Amtszeit ein unerwartet positives Ende. Besonders Schumanns neue Fantasie für Violine und Orchester, gespielt von dem jungen Ungarn Joseph Joachim, erhielt reichen Beifall. Leider haben sich die meisten Geiger seither nicht so recht für das originelle Werk erwärmen können. Ganz anders Frank-Peter Zimmermann, der für diese beredte, lyrisch beseelte Musik natürlich der ideale Anwalt ist. Das gilt auch für das zweite Stück, mit dem der große Duisburger Geiger aufs philharmonische Podium seiner Vaterstadt zurückkehrt: Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 4 op. 36/3 ist eigentlich ein ausgewachsenes Violinkonzert im spielfreudig-neobarocken Stil. Der Solo-Geige steht ein sparsam besetztes Orchester gegenüber, in dem die Violinen schweigen. Das leicht verhangene Klangbild steht im reizvollen Kontrast zur lebhaften, impulsreichen Rhythmik, wie sie sich oft in Hindemiths Werken der ‘wilden’ 20er Jahre findet.

Dieses spezifische Orchesterprofil herauszuarbeiten, ist eine spannende Aufgabe für den Göttinger Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller. Sein Kapellmeister-Handwerk hat der Schweizer unter anderem bei Seiji Ozawa und Leon Fleisher in Tanglewood gelernt. Claudio Abbado holte ihn als Assistenten zum Gustav Mahler Jugendorchester, später auch zum Lucerne Festival Orchestra. Es war der Startschuss zu einer eindrucksvollen Karriere, die den Dirigenten unter anderem an das Moskauer Bolschoi-Theater und die Opéra National du Rhin in Strasbourg führte.

Ans Ende seines Duisburger Debüts stellt Christoph-Mathias Mueller die glanzvolle D-Dur-Sinfonie, mit der Joseph Haydn 1795 sein sinfonisches Lebenswerk krönte. Am Anfang steht Franz Schuberts vierhändige Klavierfantasie f-Moll, die vom Wagner-Dirigenten Felix Mottl zu hochromantischem Orchesterformat aufgezogen wurde. Das Resultat mag stilistisch anfechtbar sein – es macht aber auf faszinierende Weise einen Weg in die musikalische Zukunft hörbar, den zu beschreiten dem Komponisten selbst nicht mehr vergönnt war.

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