Huldigung an die Heimat

7. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Alpesh Chauhan Dirigent

Simon Trpčeski Klavier

Alpesh Chauhan Dirigent · Foto: Patrick Allen/operaomnia.co.uk

Alpesh Chauhan Dirigent
Foto: Patrick Allen/operaomnia.co.uk

Simon Trpčeski Klavier · Foto: Simon Fowler/EMI Classics

Simon Trpčeski Klavier
Foto: Simon Fowler/EMI Classics

Eigentlich wollte Simon Trpčeski lieber Akkordeon spielen als Klavier. Das hatte er schon von frühester Kindheit an getan, begeistert, unsystematisch, nur nach dem Ohr. Aber an der Musikschule in seiner Heimatstadt Skopje gab es keine Akkordeon-Klasse. Also ließ sich der hochtalentierte Junge auf einen Kompromiss ein: Das Klavier hat ja schließlich ebenfalls Tasten …

Heute zählt der 1979 geborene Musiker zu den markantesten Persönlichkeiten der internationalen Klavierszene. Er spielt auf allen großen Podien, wird als brillanter Solist und feinfühliger Kammermusiker gleichermaßen geschätzt. Trotzdem hat Simon Trpčeski die besondere Prägung durch die Volksmusik seiner mazedonischen Heimat nie vergessen. „Makedonissimo“ heißt ein furioses Album, das er kürzlich mit befreundeten Instrumentalisten aufgenommen hat: Musik zwischen Konzertsaal, Tanzboden und Jazzclub.

Von dort aus ist es eigentlich kein weiter Weg zu Dmitri Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 2, dessen Schlusssatz ebenfalls von osteuropäischer Folklore (im Siebenachteltakt!) durchdrungen ist. Die jugendlich-unbekümmerte Vitalität des Stücks hat einen guten Grund: Schostakowitsch schrieb es 1957 für seinen Sohn Maxim, der damit sein Klavierexamen am Moskauer Konservatorium absolvierte. Auch die 1939 entstandene Sinfonie Nr. 6 mündet in ein turbulentes Finale, dessen Fröhlichkeit freilich doppelbödig wirkt: Die Sinfonie spiegelt die Stimmung in den Monaten vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Das einleitende Largo ist voll innerer Spannungen, massiv und dicht, von glutvollen Streicherlinien durchzogen.

Der britische Dirigent Alpesh Chauhan wurde 1990 als Kind indisch-ostafrikanischer Eltern in Birmingham geboren. Seit seinem sechsten Lebensjahr lernte er Cello; ab 2008 studierte er am Royal Northern College of Music in Manchester und wechselte dort später in den Masterstudiengang Dirigieren. 2020 wurde der junge Maestro zum Musikdirektor der Birmingham Opera Company berufen; eine enge Verbindung hält er außerdem zu den Orchestern der BBC.

Alpesh Chauhan eröffnet den philharmonischen Doppelabend mit Leoš Janáčeks bedeutendstem Orchesterwerk, der Sinfonietta aus dem Jahre 1926. Gleißende Fanfarenklänge rahmen die fünf Sätze ein, in denen der 72-jährige Komponist noch einmal revolutionär neue Texturen und Klangfarben erprobt. Die Sinfonietta ist eine bewegende Huldigung an Janáčeks mährische Heimat und die Stadt Brünn, in der er den größten Teil seines Lebens verbrachte.

Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

Eingestellt unter Philharmonische Konzerte | Zurück zur Startseite