
„Genial durch und durch“
Olon Trio:
Christoph Streuli Violine
Timothy Park Violoncello
Özgür Aydin Klavier
Eigentlich gehörte das Klaviertrio in die intime Sphäre der Hausmusik, doch in seinen letzten Beiträgen, zu denen auch das Trio Nr. 45 in Es-Dur gehört, versammelte Joseph Haydn den ganzen originellen Erfindungsreichtum und die Meisterschaft des erfahrenen Komponisten – und machte aus der Gattung Konzertmusik für ein größeres Publikum. Etwa zeitgleich hat Ludwig van Beethoven seine ersten drei Klaviertrios komponiert und mit der Opuszahl 1 versehen. Am bedeutungsvollsten daraus ist das spannungsvolle Trio in c-Moll, das in seiner Dramatik hörbar über die Vorbilder Haydn und Mozart hinausgeht. Im Fall von Johannes Brahms handelt es sich dann wieder, wie schon bei Haydn, um ein Spätwerk des reifen Komponisten. Und das fand in Clara Schumann einen ersten glühenden Fan, denn die schrieb über das „wunderbar ergreifende Trio“ in ihrem Tagebuch: „Genial durch und durch in der Leidenschaft, der Kraft der Gedanken, der Anmut, der Poesie.“ Als Reiseführer durch diese Triogeschichte von der Klassik zur Romantik fungiert das Olon Trio, das in neuer Besetzung die erfolgreiche Ensemble-Geschichte des Feininger Trios fortführt. Das hat in der Ursprungsbesetzung in Duisburg 2023 bereits die Trio-Miniaturen „Apollon“ von Konstantia Gourzi, damals Composer in Residence und Kuratorin des Eigenzeit-Festivals, uraufgeführt. Der neue Name des Trios leitet sich vom griechischen ólon ab: das Wort bezeichnet eine Einheit, deren Teile so zusammenwirken, dass das Ganze vollendet und in sich geschlossen ist.
Olon Trio, Fotos v.l.n.r. Christoph Streuli: Stefan Höderath · Özgür Aydin: Ralph Bergel · Timothy Park: Privat



