Gastkonzert des WDR Sinfonieorchesters

Happy Hour – Klassik um Sieben

Burcu Karadağ Ney

Hakan Güngör Kanun

Aykut Köselerli Percussion

WDR Sinfonieorchester

Howard Griffiths Leitung

Jascha Habeck Moderation

Fazıl Say ist ein Bürger zweier Welten: geboren und aufgewachsen in Ankara, ausgebildet in Düsseldorf und Berlin. Diese doppelte Prägung ist in allem zu spüren, was der engagierte Vollblutmusiker tut – ganz gleich, ob als Pianist oder Komponist. Ein imposantes Zeugnis seiner Heimatliebe ist die großformatige „Istanbul Symphony“. Das von sanftem Meeresrauschen eingefasste Stadtportrait zeigt die Metropole am Bosporus in ihrem historischen Glanz, aber auch in ihrer quirligen, geschäftigen Gegenwart.

Die sieben Sätze der Sinfonie stehen für die sieben Hügel, auf denen die Stadt erbaut wurde. Jeder Satz repräsentiert zugleich einen Aspekt des Lebens in Istanbul. Als kritischer Patriot thematisiert Fazıl Say auch verschiedene Aspekte des religiösen Lebens – da gibt es Fanatismus und Radikalisierung, aber auch die lichte, kommunikative, geistig offene Seite des Islam, die der Komponist in der berühmten „Blauen Moschee“ versinnbildlicht findet.

„Istanbul kann man nicht erzählen mit Clustern, Atonalität oder Zwölftontechnik“, so der Komponist, „Istanbul muss man zum Teil romantisch oder nostalgisch erzählen. Es kommt nichts Avantgardistisches vor, aber dennoch Neues, denke ich, um diesem Brückenbau von Westen nach Osten gerecht zu werden.“ Howard Griffiths und das WDR Sinfonie­orchester haben das vielschichtige Werk 2010 in Dortmund aus der Taufe gehoben und stellen es nun erneut zur Diskussion.

Nach dem Konzert sind alle Besucher zu einem Umtrunk mit den Musikern im Foyer eingeladen.

Foto: Tillmann Franzen

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