Ein hochprozentiger Cocktail

12. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Rafael Sarsr Schlagzeug

Johannes Wippermannr Schlagzeug

12. Philharmonisches Konzert Axel Kober Dirigent Foto: Susanne Diesner

Axel Kober Dirigent
Foto: Susanne Diesner

12. Philharmonisches Konzert Rafael Sars, Johannes Wippermann Schlagzeug Foto: Daniel Häker

Rafael Sars, Johannes Wippermann Schlagzeug Foto: Daniel Häker

„Spices, Perfumes, Toxins“ – „Gewürze, Düfte, Gifte“ verheißt das Programm. Sind wir im Konzertsaal oder auf einem orientalischen Markt? So genau kann man das gar nicht sagen, denn Avner Dormans Konzert für zwei Schlagzeuger und Orchester zieht das Publikum vom ersten Moment an hinein in eine exotisch bunte, feurig groovende, betörend duftende Klang- und Bilderwelt. Im Kopfsatz („Spices“) entfalten kreisende indische Tala-Rhythmen ihre narkotisierende Wirkung; im zweiten Satz („Perfumes“) konstruiert der 1975 geborene israelische Komponist eine „multikulturelle Polyphonie“ zwischen Barockarie, orientalischer Folklore und Jazz. Das Finale („Toxins“) schließlich wird seinem „giftigen“ Titel vollauf gerecht – hier wirbeln die Schlagstöcke mit einer elementaren Kraft, die vital und zerstörerisch zugleich wirkt.

Johannes Wippermann, Schlagzeuger im WDR Sinfonieorchester, hat mit dem explosiven Stück an der Seite des österreichischen Percussion-Stars Martin Grubinger schon 2017 die Kölner Philharmonie gerockt. Rafael Sars, der aus den Niederlanden stammt, wurde 2012 in die Orchesterakademie der Düsseldorfer Symphoniker aufgenommen und ist seit 2014 Mitglied der Duisburger Philharmoniker. Gemeinsam bilden die beiden eine Hälfte des erfolgreichen Ensembles Repercussion, das 2018 den Förderpreis des Landes NRW erhielt.

Bevor die beiden vor ihrer weitläufigen Batterie aus Trommeln, Marimbas und Vibrafonen Platz nehmen, wärmt GMD Axel Kober den Saal mit tanzinspirierter Orchestermusik an: Leonard Bernsteins „Candide“-Ouvertüre rührt Mahler, Schostakowitsch und knalligen Broadway-Sound zu einem hochprozentigen Cocktail zusammen. Debussys bezaubernde „Petite Suite“, eigentlich für Klavier zu vier Händen geschrieben, wurde von dem französischen Komponisten und Dirigenten Henri Büsser in feinen orchestralen Pastelltönen nachkoloriert. Die Sinfonischen Tänze aus dem Jahre 1940 sind Sergej Rachmaninows letztes Werk – opulentes Kino für die Ohren, das eine ganze Epoche im Rausch einer entfesselten Ballnacht untergehen lässt. Wer regelmäßig die Wissenschaftssendung „Quarks“ im WDR Fernsehen schaut, kann den markanten Anfang mühelos mitsingen – was aber natürlich keine Einladung sein soll!

Ermöglicht durch Gabriele und Dr. Karl-Ulrich Köhler

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