Ein Brite in den bayerischen Alpen

3. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Axel Kober Dirigent

Camilla Nylundr Sopran

philharmonischer chor duisburgr

3. Philharmonisches Konzert Axel Kober Dirigent Foto: Max Brunnert

Axel Kober Dirigent
Foto: Max Brunnert

3. Philharmonisches Konzert Camilla Nylund Sopran Foto: annas-foto.de

Camilla Nylund Sopran
Foto: annas-foto.de

Von Richard Strauss’ Heimatstadt Garmisch aus genießt man einen wundervollen Blick auf die bayerischen Alpen. Im alljährlichen Strom der Sommerfrischler kam 1893 und 1894 auch der britische Komponist Edward Elgar mit seiner Ehefrau hierher. Die musikalischen Früchte dieser ausgedehnten Urlaube fuhr Elgar wenig später mit dem Chorliederzyklus „Aus dem bayerischen Hochland“ ein. Er greift hier die schwungvolle Tanzmelodik der populären bayerischen „Gstanzl“ und „Schnadahüpfl“ auf, veredelt sie aber zu Stimmungs­bildern von hohem poetischen Reiz.

Zwischen Richard Strauss und Edward Elgar lassen sich vielfältige Parallelen ziehen. Beide repräsen­tierten auf besondere Weise das musikalische Klima des „Fin de siècle“ mit seiner spätromantisch schwelgenden, farbig luxurierenden Klangsprache, die schon bald vom Spaltpilz der Moderne befallen werden sollte. 1889, als der 25-jährige Strauss in Weimar seine jugendlich stürmende Tondichtung „Don Juan“ aus der Taufe hob, war diese Klangwelt indes noch weitgehend intakt. Es war auch die Zeit populärer Liedschöpfungen wie „Cäcilie“ und „Ständchen“, die den Komponisten schon bald international berühmt und – was ihm sehr wichtig war – auch wohlhabend machten.

Dass Strauss und Elgar einander hoch schätzten, ist bekannt. Zu einer persönlichen Begegnung kam es 1902 in Düsseldorf bei einem Festakt anlässlich der Erstaufführung von Elgars „The Dream of Gerontius“ – da dürfte man auch in gemeinsamen Erinnerungen an die Schönheiten der bayerischen Bergwelt geschwelgt haben. Schon lange vor seinem Tod im Jahre 1934 war Elgar musikalisch verstummt; der Lebensrhythmus des 20. Jahrhunderts blieb seinem Wesen zutiefst fremd. Richard Strauss dagegen beschwor 1948 inmitten des kriegszerstörten Europas mit seinen „Vier letzten Liedern“ noch einmal die verlorene Klangwelt der Romantik. Camilla Nylund ist die prominente Solistin in diesen von Wehmut und stolzer Trauer erfüllten Gesängen; mit GMD Axel Kober ist die große Wagner- und Strauss-Sopranistin durch die gemeinsame Arbeit auf dem grünen Hügel in Bayreuth bestens vertraut.

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