Musikalische Grenzgänger

9. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Bruno Weil Dirigent

Alexander Melnikov Klavier

Bitte beachten Sie, dass gegenüber dem gedruckten Jahresprogramm „play“ das Programm geändert werden musste.

Bruno Weil Dirigent · Foto: Tafelmusik

Bruno Weil Dirigent
Foto: Tafelmusik

Alexander Melnikov Klavier · Foto: Julien Mignot

Alexander Melnikov Klavier
Foto: Julien Mignot

„Es ist als wenn man an einem Baum schüttelt, die reife, süße Frucht fällt ohne weiteres herab.“ Leicht vergiftet war es schon, das Kompliment, das Robert Schumann dem zweiten Klavierkonzert seines verehrten Freundes Felix Mendelssohn Bartholdy machte. Schumann hielt das Stück eher für ein „flüchtiges Erzeugnis“; er vermutete, es sei „in wenigen Tagen, vielleicht Stunden geschrieben“ worden. So recht nachzuvollziehen sind diese Vorbehalte nicht: Das d-Moll-Konzert, 1837 für das Musikfest in Birmingham komponiert, trägt alle Züge von Mendelssohns Reifestil: Souveräne Formbeherrschung, einen lyrischen Mittelsatz in beseelter Adagio-Stimmung und ein schwungvolles Finale, in dem sich die pianistische Bravour wirkungsvoll entfaltet.

Klassische Geschmeidigkeit und kraftvolle romantische Virtuosität halten sich hier die Waage; es ist eine Musik des Übergangs, die einem stilistisch so hellhörigen und feinfühligen Pianisten wie Alexander Melnikov ein spannendes Betätigungsfeld gibt. 1973 in Moskau geboren, studierte er in seiner Heimatstadt bei dem legendären Klavierpädagogen Lev Naumov. Bereits im Jugendalter begann seine internationale Karriere; gleichzeitig erweiterte Melnikov seinen musikalischen Horizont durch die Arbeit mit Spezialisten für historische Tasteninstrumente wie Andreas Staier und Alexei Lubimov. Als Solist ist er ebenso regelmäßig an der Seite großer Sinfonieorchester wie hochrangiger Originalklang-Ensembles zu erleben. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Geigerin Isabelle Faust. Als Duo waren die beiden 2018 auch bei den Kammerkonzerten in der Philharmonie Mercatorhalle zu Gast.

Der ehemalige Duisburger Generalmusikdirektor Bruno Weil zählt zu den international gefragtesten Spezialisten für die Musik der Aufklärungsepoche und der frühen Romantik. Als künstlerischer Leiter der Cappella Coloniensis und ständiger Gastdirigent des Tafelmusik Orchestra Toronto hat er nahezu alle bedeutenden sinfonischen, konzertanten und geistlichen Werke der Wiener Klassik eingespielt. 2016 wurde er mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

In diesem Programm spinnt Bruno Weil aufschlussreiche Verbindungsfäden zwischen Stilen und Epochen. Ähnlich wie Felix Mendelssohn Bartholdy war auch Franz Schubert ein Grenzgänger zwischen Klassik und Romantik. Seine sechs deutschen Tänze für Klavier D 820 wurden 1931 von Anton Webern mit einer ausgesprochen delikaten Instrumentierung versehen, die sich ganz bewusst an Schuberts eigene Orchestersprache anlehnt. Joseph Haydns Sinfonie D-Dur Hob. I:70 überrascht mit ausgetüftelten Kanon-Künsten, die zu seiner Zeit eigentlich längst passé waren, die der Komponist aber auf höchst originelle Weise in seine sinfonische Sprache integrierte.

Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

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