Aerial

10. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Alpesh Chauhan Dirigent

Simon Höfele Trompete

– Artist in Residence –

Alpesh Chauhan Dirigent · Foto: Patrick Allen / operaomnia.co.uk

Alpesh Chauhan Dirigent
Foto: Patrick Allen / operaomnia.co.uk

Simon Höfele Trompete · Foto: Marco Borggreve

Simon Höfele Trompete
Foto: Marco Borggreve

Sie kann festlich strahlen und kriegerisch schmettern, sie kann signalhafte Akzente setzen und lange, butterweiche Kantilenen spinnen. Im Barockorchester ist sie ebenso zuhause wie in der Big Band; sie bereichert Freiluft-Serenaden wie verräucherte Jazz-Sessions. Die Rede ist natürlich von der Trompete, die im 10. Philharmonischen Konzert ihren großen Auftritt hat – virtuos gebändigt und zärtlich liebkost von Simon Höfele, dem jungen „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker. Ihm zur Seite stellt sich der junge britische Dirigent Alpesh Chauhan in Duisburg vor. Er stammt aus Birmingham, in dessen Jugendorchester er als Solo-Cellist wirkte, bevor er sich für eine Kapellmeister-Laufbahn entschied. 2017 ging er als Chefdirigent zur Filarmonica Arturo Toscanini in Parma; als Gastdirigent ist er unter anderem mehrfach bei den Orchestern der BBC in Erscheinung getreten.

Mit HK Grubers „Aerial“ nehmen sich die beiden eines der anspruchsvollsten und attraktivsten Trompetenkonzerte der Moderne vor. Das ausgesprochen stimmungsvolle Stück, 1998/1999 für den Schweden Håkan Hardenberger komponiert, ist so mystisch wie tanzbeschwingt, so theatralisch wie intim. Der erste Satz ist eine von raunenden Naturklängen erfüllte Weltschöpfungs-Musik, bei der sogar ein (vom Komponisten selbst präpariertes) Stierhorn zum Einsatz kommt. Der vital groovende zweite Satz dagegen zielt ins Zentrum der urbanen Zivilisation: Hier lässt der österreichische Komponist das Hollywood-Traumpaar Fred Astaire und Ginger Rogers stepptanzend übers Parkett schweben.

Nicht nur eine, sondern gleich elf Trompeten kommen in Leoš Janáčeks Sinfonietta zum Einsatz. Die meisten davon spielen allerdings nur in den Rahmenteilen, einer 1926 für den tschechischen Turnerbund „Sokol“ komponierten Fest-Fanfare. Die Sinfonietta ist eine Huldigung an Janáčeks mährische Heimat und die Stadt Brünn, in der er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Trotz des großen Aufgebots an Bläsern haftet dem Stück nichts Pompöses oder Monumentales an; aus seinen fünf Sätzen tönt eine raue, eigenwillige, oft brüchige Schönheit. Weit entfernt von säbelrasselndem Nationalismus ist auch Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 6, die im November 1939 in Leningrad uraufgeführt wurde. In ihrer Mischung aus Melancholie und bizarrem Humor war sie ganz und gar nicht das, was die sowjetischen Kultur-Funktionäre wenige Wochen nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges hören wollten.

Musikbeispiele hören in unseren „Klangproben“ >>

Das Projekt „Artist in Residence“ wird gefördert von KROHNE

Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

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