Zeitreise

Haiou Zhang Klavier

Es ist ein bisschen wie eine Heimkehr, wenn der Weltklassepianist Haiou Zhang für ein Piano-Extra nach Duisburg kommt. Denn eins seiner ersten Konzerte gab er gar nicht weit von hier, in Oberhausen – damals war er noch Student. Heute wird Haiou Zhang in der Fachpresse sowohl für seinen scharfen analytischen Verstand als auch für die ausdrucksvolle Intensität seines Spiels gelobt. Sein immenses Können demonstriert er mit einem Programm, das nicht nur die verschiedensten Facetten der Klavierliteratur zeigt, sondern auch spannende Verbindungslinien zwischen den Epochen. Am Anfang steht mit „Chromatische Fantasie und Fuge“ ein faszinierendes Werk von Johann Sebastian Bach: ohne Rücksicht auf Konventionen und voll exzessiver Chromatik. Und der war wiederum ein Vorbild für Claude Debussy, der sich in seinen Préludes, aus denen Haiou Zhang einige Stücke spielt, auf Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ bezieht. Oder Ludwig van Beethoven, der sich mit seinen Klavierwerken zunächst im Fahrwasser von Wolfgang Amadeus Mozart bewegt, danach aber zu eigenen Ufern aufbricht und die Gattung Klaviersonate in völlig neue Dimensionen führt. Seinen Klavierabend spielt Haiou Zhang übrigens auf einem besonderen Instrument, denn „bestimmte Klangfarben und Nuancen, die ich mir wünsche, können nur auf einem Bechstein realisiert werden“.

Foto Haiou Zhang: Lukas Schirmer

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