Gastkonzert des WDR Sinfonieorchesters

Happy Hour – Klassik um Sieben

WDR Sinfonieorchester

François Leleux Oboe und Dirigent

Natürlich wäre es schön, ein Oboen­konzert von Joseph Haydn zu haben. Aber leider spricht nicht viel dafür, dass das dem Komponisten lange Zeit zugeschriebene Konzert C-Dur Hob. VIIg:C1 tatsächlich aus seiner Feder stammt. Haydn war ein großer Name; seine Werke erfreuten sich schon zu Lebzeiten großer Popularität. Daher wurde ihm aus Gründen des besseren Absatzes gerne mal eine Partitur unter­geschoben, die von einem weniger bekannten Meister stammte. So ist es wohl auch in diesem Falle geschehen. Allerdings ist das geschmeidige, bei den Oboisten wie beim Publikum äußerst beliebte Werk keineswegs zweitrangig – umso brennender die Frage, wer es geschrieben haben mag.
Unzweifelhaft authentisch dagegen ist die Sinfonie h-Moll, die Franz Schubert 1822 in Angriff nahm, dann aber unvollendet liegen ließ. Oder hat er sie fertig komponiert, danach aber für andere Zwecke aus­geschlachtet? Auch dafür gibt es Argumente, weshalb man in jüngerer Zeit versuchte, die angeblich ausgesonderten Teile wieder in die Sinfonie einzugliedern. Großen Erfolg hatte das allerdings nicht – das Publikum bevorzugt die Sinfonie nach wie vor in ihrer „unvoll­endeten“ Form.
Als Solist und Dirigent ist der französische Oboist François Leleux zu erleben, der bereits mit 18 Jahren Solo-Oboist im Orchester der Pariser Opéra Bastille wurde und später in gleicher Funktion zum Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks wechselte. Auch als freischaffender Solist und Dirigent ist er München treu geblieben; hier bekleidet er seit 2004 eine Professur an der Musikhochschule.

Foto: Jean-Baptiste Millot

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