Der Meister und sein Mentor

2. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Ariane Matiakh Dirigentin

Anna Vinnitskaya Klavier

2. Philharmonisches Konzert Ariane Matiakh Dirigentin Foto: Marco Borggreve

Ariane Matiakh Dirigentin
Foto: Marco Borggreve

2. Philharmonisches Konzert Anna Vinnitskaya Klavier Foto: Marco Borggreve

Anna Vinnitskaya Klavier
Foto: Marco Borggreve

Natürlich hätte er das seinem bewunderten Mentor nie ins Gesicht gesagt – aber Johannes Brahms war keineswegs der Meinung, dass Robert Schumann gut daran getan hatte, seine 1841 komponierte Sinfonie d-Moll zehn Jahre später noch einmal gründlich zu revidieren. Das in Form und Zuschnitt so bündig geraffte, durchsichtige Stück hatte in der neuen Version deutlich an Masse zugelegt, was Brahms nicht besonders gefiel. Zwar wird diese Zweitfassung der Sinfonie bis heute allgemein bevorzugt, ihre Darstellung fordert den Dirigenten und Orchestern aber ein hohes Maß an zielstrebiger Verschlankung ab, um nicht im Dickicht der Innenstimmen hängen zu bleiben.

Da kann ein guter Schuss französischen Esprits natürlich nicht schaden, wie ihn Ariane Matiakh in die Orchesterarbeit einbringt. Mit einer „ebenso disziplinierten wie entspannten“ Aufführung von Anton Bruckners Sinfonie Nr. 6 hatte die junge französische Dirigentin 2018 in Duisburg ihr „Meisterstück“ abgeliefert – so die Rheinische Post. Und kaum war der rauschende Beifall verklungen, da wurde bekannt, dass Ariane Matiakh eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklommen hatte: Mit Beginn der Spielzeit 2019/2020 tritt sie ihr neues Amt als Generalmusikdirektorin der Staatskapelle und Oper Halle an.

Mit dem Klavierkonzert Nr. 2 von Johannes Brahms stellt Ariane Matiakh Schumanns d-Moll-Sinfonie eine weitere Gipfelleistung der deutschen Orchesterromantik zur Seite. Sinfonische Form und konzertante Geste gehen bei dem 1881 uraufgeführten Werk eine ganz neuartige Verbindung ein; aus dem reichen Innen­leben leuchten Episoden von kammermusikalischer Subtilität. Solistin ist die Russin Anna Vinnitskaya, die 2017 in Duisburg mit einem Bach-Projekt an der Seite ihres Lehrers Evgeni Koroliov debütierte. Die vielfach ausgezeichnete Pianistin ist vor allem für ihre suggestiven Darstellungen des großen osteuropäischen Klavier­repertoires berühmt. In der Spielzeit 2016/2017 war sie „Artist in Residence“ beim WDR Sinfonieorchester, mit dem sie unter anderem die drei Klavierkonzerte von Béla Bartók aufführte. Als „Sternstunde gestalterischer Souveränität und pianistischer Materialbeherrschung“ empfand der Kölner Stadtanzeiger einen Klavierabend der ausdrucksstarken Künstlerin, die bereits mit 25 Jahren als Professorin an die Hamburger Musikhochschule berufen wurde.

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