Daphnis und Chloë

Daphnis und Chloë

2. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Ville Matvejeff
Dirigent

philharmonischer chor duisburg

2. Philharmonisches Konzert 2017/18 · Ville Matvejeff Dirigent · Foto: Tuukka Järventausta

Ville Matvejeff Dirigent
Foto: Tuukka Järventausta

Mit dem ersten Weltkrieg endete eine vergleichsweise lange, von hoher kultureller Blüte gekennzeichnete europäische Friedensphase, die als „Belle Époque“ in die Geschichte einging. Ein exquisites musikalisches Zeugnis dieser Epoche ist Maurice Ravels Ballettmusik „Daphnis und Chloë“, die 1912 im Pariser Théâtre du Châtelet uraufgeführt wurde. Ravel bezeichnete das nach einer antiken Romanvorlage gestaltete Werk als „Choreographische Sinfonie“; damit hob er ganz bewusst den Eigenwert seiner Partitur hervor, die keineswegs nur als Klangfolie für eine üppig ausgestattete Ballettproduktion dienen sollte. Tatsächlich wirkt Ravels musikalische Darstellungskraft so stark, dass man der Szene kaum bedarf. Der schillernd vielfarbige Orchestersatz wird an zentralen Stellen von hymnischen Chören durchflutet – ein Fest der Sinnlichkeit und des Klangrausches, das die Duisburger Philharmoniker gemeinsam mit dem philharmonischen chor duisburg feiern.

Ravel hatte im Krieg den Verlust zahlreicher Freunde zu beklagen; sein weiteres Schaffen stand ganz im Zeichen der Trauer, der Erinnerung, der Suche nach einer verlorenen Zeit. Der junge Paul Hindemith, dessen Vater 1915 in Frankreich gefallen war, reagierte ganz anders auf die weltgeschichtliche Zäsur. „Der ganze Krieg ist traurig genug“, schrieb er 1916, man müsse ihm eine „Singspielhalle des Humors“ entgegensetzen. Für seine im August 1916 vollendete „Lustige Sinfonietta“ berief er den genialen Humoristen Christian Morgenstern als Paten. Die Musik beschwört die bizarre Welt der Galgenbrüder und des unsterblichen Palmström, zugleich bewahrt sie in ihrer kunstvollen Formsprache noch viel vom Erbe der deutschen Romantik. Diese gegensätzlichen Klangwelten finden unter Leitung des Finnen Ville Matvejeff zusammen, der 2016 in Duisburg mit John Adams’ „Harmonielehre“ den suggestiven Soundtrack zu Royston Maldooms Tanzprojekt lieferte. Der junge Dirigent ist seit 2015 künstlerischer Leiter des Musikfestivals von Turku und gastiert regelmäßig auf den großen skandinavischen Opern- und Konzertpodien.

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