KonzertMeditation

KOMED 4: Naturtöne

Michael Gees
Kuration, Moderation und Klavier

Heulende Wölfe, raunende Winde, klagende Wale, schlagende Türen, wegsuchende Schiffe und mahlende Motoren – wir belauschen die Töne unserer Mitwelt, halten sie – absichtlich – für Melodien und kommen mit ihnen „ins Gespräch“. Wie schon zuletzt bei Margarita Rumyantsevas elektrischer Geige und bei George Warrens Synthesizer finden wir im KROHNE Auditorium auch diesmal zum Augenschließen ideale akustisch-technische Bedingungen für das Zuspiel der Töne – und mit dem eben frisch überholten Steinway Konzertflügel D einen wunderbar geeigneten Korrespondenzpartner.

KOMED ist ein Format zur gemeinschaftlichen Spontan­erfindung zeitgenössischer Musik. Im Text, im Geräusch, im Moment erlauschen wir Töne, legen sie unter die Lupe der Aufmerksamkeit (Meditation) und bilden Zusammenhänge.

Wir verpflichten uns, für die Dauer etwa einer Stunde etwas miteinander anzufangen, in Beziehung zu bleiben und uns führen zu lassen von der als gemeinsam erkannten Idee. Jedes akustische Ereignis gilt und trägt zum Ganzen bei. Jederzeit darf das Unerwartete eintreten und uns zur Integration herausfordern. Im Idealfall, also gar nicht mal so selten, entdecken wir Musik, auf die niemand von uns allein gekommen wäre. Anwesende erleben sich selbst und einander zunehmend als Mitwirkende: Ohne sie und ihr intentionales Hören wäre nichts erklungen. Denn wer wollte die Gegenwart bezeugen, wenn nicht die, die dabei sind?

„Meet the Artists“ im Anschluss an jedes Konzert.

Foto Michael Gees: Hermann und Clärchen Baus

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