Rosenkrieg und Frieden

6. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Marie Jacquot Dirigentin

Candida Thompson Violine

Harriet Krijgh Violoncello

Marie Jacquot Dirigentin · Foto: Werner Kmetitsch

Marie Jacquot Dirigentin
Foto: Werner Kmetitsch

Candida Thompson Violine · Foto: Marco Borggreve

Candida Thompson Violine
Foto: Marco Borggreve

Harriet Krijgh Violoncello · Foto: Marco Borggreve

Harriet Krijgh Violoncello
Foto: Marco Borggreve

Der mehrjährige Ehestreit zwischen dem Geiger Joseph Joachim und seiner Frau Amalie endete 1884 mit der Scheidung. Johannes Brahms, der mit beiden befreundet war, schlug sich in diesem zermürbenden Rosenkrieg öffentlich auf Amalies Seite. So kam es zum Bruch mit Joseph Joachim, unter dem beide erheblich litten. Nach drei Jahren machte Brahms den zaghaften Versuch einer Wiederannäherung: Er bat Joachim um die Erlaubnis, ihm die Partitur seines Konzerts für Violine und Violoncello schicken zu dürfen, das er kurz zuvor in der Schweizer Sommerfrische komponiert hatte. Joachim ergriff die ausgestreckte Hand; der Streit war beigelegt.

Ein „Versöhnungswerk“ (so Clara Schumann) war das Doppelkonzert nicht nur dem äußeren Anlass nach. Brahms verzichtete darauf, die beiden Soloinstrumente miteinander in einen virtuosen Wettstreit zu schicken; stattdessen verschmolz er sie zu einer „achtsaitigen Riesengeige“, wie der Brahms-Biograf Max Kalbeck schrieb. Im langsamen Mittelsatz erhebt sich diese Riesengeige zu einem Gesang von lyrisch strömender Fülle. Wenn nichts sonst Joseph Joachims Grimm hätte besänftigen können – der Ausdruckskraft dieser Musik konnte er unmöglich widerstehen.

Im Mai 1897, wenige Wochen nach Brahms’ Tod, kam im mährischen Brünn Erich Wolfgang Korngold zur Welt. 1901 siedelte die Familie nach Wien über, wo Korngolds Vater Julius zu einem einflussreichen und gefürchteten Musikkritiker wurde. Das Talent des Sohnes zeigte sich schon früh: Als 1913 in Wien seine Sinfonietta op. 5 aus der Taufe gehoben wurde, war der Komponist gerade mal 16 Jahre alt. Aber nichts in dieser von melodischen Einfällen überquellenden Musik lässt an ein Jugendwerk denken. Auch die souveräne Formbeherrschung und die funkelnde, an Mahler und Strauss erinnernde Orchestrierung verraten in jedem Takt die Hand eines souveränen Meisters.

Mit dieser attraktiven Kopplung von Früh- und Spätwerken gastieren drei profilstarke Musikerinnen in Duisburg: Die junge Französin Marie Jacquot, die vom Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert wird, kam 2019 als Kapellmeisterin an die Deutsche Oper am Rhein. Die niederländische Cellistin Harriet Krijgh nahm bereits mit acht Jahren ein Studium am Konservatorium in Utrecht auf; ihren ersten großen Wettbewerb gewann sie mit 17. Aus Schottland stammt die Geigerin Candida Thompson, die neben ihrer erfolgreichen solistischen Karriere seit 2003 als künstlerische Leiterin der Amsterdam Sinfonietta wirkt.

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Öffentliche Proben
vor allen philharmonischen Konzerten
Dienstags 12.00 – 12.30 Uhr. Eintritt frei

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