Missa Solemnis

4. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Christoph Spering Dirigent

Julia Kleiter Sopran

Ingeborg Danz Alt

Christoph Prégardien Tenor

Thomas E. Bauer Bass

Chorus Musicus Köln

Christoph Spering Dirigent · Foto: Emil Zander

Christoph Spering Dirigent
Foto: Emil Zander

Julia Kleiter Sopran · Foto: Theodora Richter

Julia Kleiter Sopran
Foto: Theodora Richter

Ingeborg Danz Alt · Foto: Felix Broede

Ingeborg Danz Alt
Foto: Felix Broede

Christoph Prégardien Tenor · Foto: Jean-Baptiste Millot

Christoph Prégardien Tenor
Foto: Jean-Baptiste Millot

Thomas E. Bauer Bass · Foto: Marco Borggreve

Thomas E. Bauer Bass
Foto: Marco Borggreve

„Höheres gibt es nichts, als der Gottheit sich mehr als andere Menschen nähern und von hier aus die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verbreiten“ – so schrieb Beethoven 1821 an seinen Mentor, den Erzherzog Rudolf von Österreich. Die berühmte Briefstelle wirft ein sehr bezeichnendes Licht auf die Religiosität des Komponisten. Mit seiner Kunst verstand er sich als Mittler zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen. Demut klingt anders.

Beethoven war zeitlebens kein großer Kirchgänger, auch wenn er bereits mit 14 Jahren zum zweiten Organist in der Bonner Hofkapelle bestellt wurde. Ein Atheist, wie sein Lehrer Joseph Haydn mutmaßte, war er aber sicher nicht. In Glaubensfragen folgte Beethoven den aufklärerisch gestimmten Gedankengängen des lutherischen Theologen Christoph Christian Sturm, der in seinen Publikationen ein naturnahes, von den kirchlichen Institutionen weitgehend gelöstes Christentum propagierte.

Als Beethoven 1819 mit der Komposition einer groß angelegten Messe begann, hatte er einen konkreten Anlass vor Augen: Das Werk sollte im folgenden Jahr zur Inthronisation des Erzherzogs Rudolf als Bischof von Olmütz erklingen. Aber das Projekt wuchs dem Komponisten über den Kopf. Er vergrub sich tief in die Geschichte der Kirchenmusik, studierte die alten Meister, allen voran Johann Sebastian Bach. Zugleich ging er dem liturgischen Text auf den Grund, spiegelte ihn an seinen eigenen Weltanschauungen und den historischen Umwälzungen der Epoche.

Der Erzherzog wurde 1820 ohne Beethovens Messe inthronisiert. Dafür hielt er drei Jahre später als Widmungsträger ein Werk von universaler Größe und Bedeutung in Händen, ein Werk, das auch ein Gegenstück zur etwa zeitgleich entstandenen Sinfonie Nr. 9 darstellt. Wo die Sinfonie zur allgemeinen Verbrüderung aufruft, zeigt die Messe den suchenden, zweifelnden, um Halt ringenden Menschen inmitten einer bedrohten Welt. Das „Agnus Dei“ wird zum leidenschaftlichen Friedensappell: „Bitte um inneren und äußeren Frieden“ notierte der Komponist in der Partitur.

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Mit den beiden Aufführungen der „Missa Solemnis“ krönen die Duisburger Philharmoniker ihre Aktivitäten zum Beethoven-Jahr 2020. Für die vier Solo-Partien konnten prominente Sängerpersönlichkeiten gewonnen werden, die dem Duisburger Publikum allesamt gut bekannt sind. Das gilt auch für den Kölner Kantor und Dirigenten Christoph Spering, der mit seinem Chorus Musicus Köln regelmäßig auf den wichtigsten Podien der historischen Aufführungspraxis gastiert.

Öffentliche Proben
Die im play! angekündigte öffentliche Probe
muss wegen der Corona-Krise leider ausfallen.

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