
Die schöne Müller:in
Asya Fateyeva Saxophon | Artist in Residence
Matthias Loibner Drehleier
Bo Wiget Violoncello | Arrangements | künstlerische Koordination
Aileen Schneider Texte | Poetry-Slam
N. N. Videos
Franz Schuberts „Die schöne Müllerin“ gehört zu den zentralen Lied-Zyklen des 19. Jahrhunderts. In ihrer theatralischen Neubearbeitung holt Asya Fateyeva mit ihren Mitstreiter:innen die romantische Geschichte vom Müllersburschen, der auf einsamer Wanderschaft seine Sehnsüchte auf die schöne Müllerin projiziert, ins Hier und Heute. Gemeinsam begeben sich die Interpret:innen auf eine musikalischtextlich- szenische Reise, in der die im Original gar nicht anwesende Müllerin und der besungene Bach, der hier als Metapher für das ewig Fließende, einen fragwürdigen Wachstumswahn und schließlich für die Freiheit steht, zu Hauptpersonen werden. Die Musik erklingt dabei instrumental, an die Stelle der originalen Besetzung mit Singstimme und Klavier treten hier Saxophon, Violoncello und Drehleier. Dazu gesellen sich gesprochene Texte oder paraphrasierende Bruchstücke, die von der Poetry-Slammerin beigesteuert werden. Sie gibt der Müllerin eine aktive Stimme und hinterfragt dabei die Irrationalität des romantisch-manischen Verliebten. Ein spannender Perspektivwechsel auf einen der bekanntesten Lieder-Zyklen, der auch die nicht mehr zeitgemäßen Rollenbilder des 19. Jahrhunderts hinterfragt.
Foto Asya Fateyeva: Marco Borggreve



