Der Flug des Ikarus

12. Philharmonisches Konzert

Duisburger Philharmoniker

Oksana Lyniv Dirigentin

Maximilian Hornung Violoncello

12. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Oksana Lyniv Dirigentin · Foto: Bayerische Staatsoper

Oksana Lyniv Dirigentin
Foto: Bayerische Staatsoper

12. Philharmonisches Konzert 2018/19 · Maximilian Hornung Violoncello · Foto: Marco Borggreve

Maximilian Hornung Violoncello
Foto: Marco Borggreve

Die deutsche Spruchweisheit hat es immer schon gewusst: Hochmut kommt vor dem Fall. Don Juan lädt das steinerne Standbild des ermordeten Komturs zu Gast – und bezahlt dafür mit seinem Leben. Der griechische Jüngling Ikarus kommt mit einem Flugwerk aus Wachs und Federn der Sonne zu nah – und stürzt in den Tod. In „Der steinerne Gast“ (1969) zeichnet der ukrainische Komponist Vitali Hubarenko die Geschichte des bestraften Verführers Don Juan mit den Mitteln der großen russisch-sowjetischen Balletttradition anschaulich nach. Der 1980 in Duisburg geborene Komponist Hauke Berheide wiederum lässt sich in seinem neuen Cellokonzert vom altgriechischen Ikarus-Mythos inspirieren. Ihm geht es dabei weniger um eine detailliert nachzeichnende Programmmusik als um die Strukturidee des Stürzens und Fallens, wie er sie in der antiken Erzählung dargestellt findet.

Solist der Uraufführung ist der junge Cellist Maximilian Hornung, der 2005 beim Deutschen Musikwettbewerb und 2007 beim Musikwettbewerb der ARD siegreich war. Mit 23 Jahren wurde er Solo-Cellist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, räumte diesen prestigereichen Posten aber bereits nach vier Jahren wieder, um seine solistische Karriere weiter zu verfolgen. Mit der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv hat Hauke Berheide bereits bei der Münchner Uraufführung seiner preisgekrönten Oper „Mauerschau“ zusammengearbeitet. Die 1978 geborene Musikerin wurde durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert. 2013 ging sie als Assistentin Kyrill Petrenkos an die Bayerische Staatsoper; 2017 wurde sie als Chefdirigentin an die Grazer Oper und das Philharmonische Orchester Graz berufen.

Hauke Berheide hat es 2013 aus privaten Gründen in die USA verschlagen; seinen tschechischen Kollegen Antonín Dvořák lockte 1892 ein lukratives Jobangebot über den großen Teich. In den drei Jahren, die er als Konservatoriumsdirektor in New York verbrachte, entstand auch sein weitaus populärstes Werk, die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Unzählige Forscher haben versucht, hier Elemente der indigenen amerikanischen Folklore zu entdecken – aber es waren eher die alten Lieder seiner böhmischen Heimat, die dem heimweh­kranken Komponisten in der Fremde durch den Kopf gingen.

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